Was ist eigentlich dieses Qi?

qiQi- dieser immer häufiger gebrauchte Begriff könnte am ehesten als ‚Lebenskraft‘ übersetzt werden. Es ist nicht sichtbar, aber spürbar. Alles Lebendige und sich in Bewegung Befindliche hat Qi. Qi ist die Grundlage für das Leben. Solange Qi vorhanden ist und sich bewegt, lebt der Mensch. Mit Krankheiten gerät der Fluss des Qi ins Stocken, wird mal mehr oder weniger. Mit dem Tod, dem letzten Atemzug verlässt Qi den Körper.
Jede Krankheit definiert sich als Behinderung des frei fliessenden Qi. Heilung bedeutet Qi zu kräftigen, wo es schwach ist; es zu mässigen, wo es in Aufruhr ist und Blockaden zu beseitigen, wo es behindert wird.
Qi erfüllt unzählige Aufgaben in unserem Organismus. Von der Abwehrkraft bis zum Schmerz, vom Denken bis zur Zeugungskraft – alles sind Aspekte des Qi.
Die Welt zum einen als sichtbare Welt zu erfassen, zum anderen aber das offensichtliche Wirken wie auch immer gearteter unsichtbarer Kräfte zu registrieren, ist eine Grunderfahrung menschlichen Daseins.
Das Sichtbare – das ist unsere Umwelt, die Gesellschaft, ist alles das, was wir als materiell bezeichnen können. Im medizinischen Kontext ist das Sichtbare unser körperliches Material. Es sind die Flüssigkeiten, die Zellen, das Gewebe etc., alles das, was man tasten und sehen kann.
Die nicht sichtbaren Kräfte bewirken jedoch zum Beispiel, dass dieser sichtbare Körper leben kann. Ansehen kann man einem Körper nicht, dass er lebt, nur an Bewegungen (des Atems, des Pulses etc.) ist dies zu erkennen. Und diese Bewegungen sind Ausdruck von Qi. An ihnen kann man dann z.B. durch Tasten der Akupunkturpunkte, der einzelnen Körperregionen und vor allem des Pulses das jeweilige Potential an Qi als Kraft und Spannung erkennen.
Das Konzept ‚Qi‘ wurde um die Zeitenwende im alten China geschaffen. Zu einer Zeit, als in zunehmendem Masse die Ursachen für Krankheiten nicht mehr bei Dämonen und Geistern, sondern im Verhältnis des Menschen zu seinem Umfeld gesehen wurde. Krank machte von da an schlechtes Verhalten, ein der Natur und dem Lauf der Welt (Dao) nicht angepastes Leben und ein unachtsamer Umgang mit den eigenen Kräften. Eben mit dem Qi.
Das chinesische Schriftzeichen für Qi stellt aus einem Reistopf aufsteigenden Dampf dar. Es ist das, was am Leben hält, nährt, es ist die aufsteigende, nach oben wachsende, sich entfaltende Bewegung.
Auch im heutigen modernen Chinesisch wird der Begriff „Qi“ gebraucht, so in den Zeichenkombinationen für das Auto (Qi- Wagen) oder für Selterwasser (Qi- Wasser). Der Begriff bedeutet also nichts Mystisches, sondern ist die Kennzeichnung für Funktion und Bewegung.
Woher kommt das Qi?
Aus 3 Quellen speist der Mensch seine Lebenskraft Qi:
Über die Atmung nimmt er himmlisches Qi auf. Es garantiert ihm so unmittelbar das Leben. Mit der Atmung geht und kommt Qi in den Menschen
Die Erde ist die Quelle für die materielle Basis des Menschen. Von dem, was uns diese Welt anbietet an Nährstoffen- als Substanzen ebenso wie an Ideen und Wissensstoff- bauen wir unseren Körper und unsere Existenz auf.
Die dritte Quelle des Qi ist der Mensch selbst. Von seinen Eltern, seinen Vorfahren bekommt er ein Potential an Kraft als Konstitution mitgegeben. Mit diesem Potential sollte er behutsam und bedacht umgehen – ist es doch nicht ersetzbar!
Verschiedene „Qi“
Wenn wir nun Qi allgemein als Lebenskraft betrachtet, so nimmt diese Kraft im menschlichen Organismus nun verschiedene Erscheinungsformen an. Jedes Organ hat sein Qi, verschiedene Funktionen werden zusammengefasst als „Ying (Nähr-)-Qi“ oder „Yuan (Ursprungs-)-Qi“, aber auch „Leber-Qi“, „Milz-Qi“ etc.
Gebildet wird dieses Qi durch Aufnahme und Verwertung verschiedener Energiequellen: Sowohl ein gewisses angeborenes Potential gilt es zu nutzen als auch all das, was unsere Umwelt zur Verfügung stellt. Lunge und Verdauungs- /Stoffwechselsystem müssen nun in der Lage sein, diese „Energien“ für den Organismus verfügbar zu machen, also umzuwandeln. Dieser Umwandlungsprozess – also der Stoff-Wechsel- benötigt sowohl Qi und ist gleichzeitig eine Quelle von Qi.

Fortsetzung folgt!

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