Tipp: Lähmende Langeweile?

Die Wünsche sind erfüllt, die Visionen realisiert. Man ist rundum satt. Phantastisch, oder? Aber häufig ist es gerade nun so, dass sich nörgelnde Unzufriedenheit wie ein dumpfer Nebel auf die Stimmung legt. Der Philosoph Schopenhauer war im 19. Jahrhundert der Ansicht: ‚In einem Schlaraffenland würden die Menschen zum Teil vor langer Weile sterben oder sich aufhängen.‘ Nichts zu tun…ein Unding in dieser geschäftigen Zeit. Da muss Abhilfe her: Mit Hobbys, Multimedia, organisiertem Freizeitsport, Fernreisen, Weiterbildung, Kulturprogrammen. Aber wie wäre es damit, wenn Sie einfach nur NICHTS TUN ? Die einfachste Form der Meditation (=in die eigene Mitte gelangen) ist das Nichtstun, das Dösen, Träumen, in den Himmel oder die Gegend zu schauen. Sinnlos, ohne Ziel und Zweck, einfach nur um den vollen Kopf zu leeren. Später kann man ihn ja dann umso besser wieder auffüllen! ‚Fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.“, hat Friedrich Nitzsche vor über 130 Jahren geschrieben. Das ist vielleicht auch das, was uns die Kinder in ihrer Lebensphase lehren können: Spielen, nur um des Spielens willen, Unsinn machen. Eigentlich eine sehr erholsame Beschäftigung. Übrigens: in der alten Religion der Chinesen, dem Daoismus, galt der Narr durchaus als erstrebenswertes Ideal! Gönnen Sie es sich gelegentlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere