Möglichkeiten der Schmerztherapie mit TCM/Akupunktur

Bei der Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates, aber auch z.B. bei Kopfschmerzen hat sich die Akupunktur auch in grossen wissenschaftlichen Studien als sehr wirksam erwiesen. In der klassischen Akupunktur werden hierbei häufig auch Punkte zur Behandlung ausgewählt, die vielleicht weit entfernt von den eigentlichen Schmerzstellen liegen. So werden z.B. bei Schulterschmerzen („frozen shoulder“)Punkte am Unterschenkel und Fuß „genadelt“, bei Nackenschmerzen hat sich ein Punkt an der Handkante ausgesprochen bewährt. Auch werden in diesem uralten chinesischen Behandlungssystem Verbindungen hergestellt, die in der westlichen Medizin nicht bekannt sind: Lendenschmerzen haben immer etwas mit Verausgabung, Unsicherheit und Angst zu tun – und somit mit der Niere aus Sicht der TCM. Nackenschmerzen mit innerer Anspannung und Getriebensein – aus Sicht der TCM ein Problem der Leber. In unserer Praxis werden neben der Akupunktur und der Ohraakupunktur auch andere Methoden der alten chinesischen Medizin angewandt: das Schröpfen hat sich bei muskulären und Gelenkblockaden bewährt, die Wärmetherapie Moxibustion bei Arthrosen und ausgeprägter Kälteempfindlichkeit sowie die „Schabemethode“ Guasha bei alten Verspannungen und Verhärtungen, die mit einer Blockade des Immunsystems einhergehen. Auch die Tuina-Massage kann begleitend und vorbereitend zu einer Akupunkturbehandlung sinnvoll sein. Zunehmend häufiger werden in meinen Praxen auch die Blutegel eingesetzt, die vor allem in der europäischen Naturheilkunde seit langem ihren Nutzen beweisen haben. Die Einsatzgebiete dieser „kleinen Helfer“ sind Erkrankungen des Bewegungsapparats wie schmerzhafte Gelenkarthrosen, v.a. Kniegelenksarthrosen, Sprunggelenksarthrosen, rheumatische Erkrankungen, aber auch venöse Erkrankungen wie die akute Thrombophlebitis, der variköse Symptomenkomplex, postthrombotisches Syndrom (mit begleitenden Stauungsschmerzen). Weniger bekannt ist der Nutzen der Blutegeltherapie bei Herpes Zoster (Gürtelrose), akute und chronische Otitis media (Mittelohrentzündung), arterielle Hypertonie bei erhöhtem Hämatokrit, Hämorrhoidalsyndrom und (Peri-) Analthrombose, akuter Gichtanfall, akuter und chronischer Osteomyelitis. In der speziellen Diagnostik der chinesischen Medizin zeigen sich bei vielen dieser Krankheitsbilder ein gespannter, harter Puls und gestaute Venen an der Unterseite der Zunge.