Husten – Tipps und Hilfen mit der Chinesischen Medizin

Husten quält- warum auch immer: sei es als Folge von Virusinfekten, als Zeichen einer durch Bakterien verursachten Lungenentzündung, durch Schadstoffe oder auch durch Stress verursacht. Die Traditionelle Chinesische Medizin hat besondere Vorstellungen über das, was da mit der Lunge und der Atmung geschieht:
Aus Sicht der TCM stellt Husten in erster Linie eine ‚Rebellion‘ des Lungen-Qi dar. Das meint, dass die natürliche Wirkrichtung des Lungen-Qi (aus dem Brustkorb abwärts) aus verschiedenen Gründen gestört ist. Die Strategie heisst ‚Absenken‘- mit verschiedensten Methoden. Eine Möglichkeit ist die Schröpfmassage: Ein Schröpfglas mit Saugball wird auf den leicht geölten Rücken, etwa Zwei-Fingerbreit neben der Wirbelsäule aufgesetzt. Die Bewegung des Glases erfolgt nun immer von oben nach unten, im oberen Bereich des Rückens und beidseitig. Je nach Saugstärke kann diese Massage 5.-10 Min. täglich durchgeführt werden, leichte (!) ‚blaue Flecken (=Hauteinblutungen) können entstehen und beschleunigen sogar den Heilungsprozess.
Ebenfalls am Rücken befindet sich der Extrapunkt ‚Dingchuan‘, der klassisch bei ‚Husten und Keuchen‘ eingesetzt wird. Besonders bei starken Hustenanfallen kann ein Massieren, Drücken oder sogar Kratzen dieses Punktes helfen: Unterhalb und einen halben Daumen-breit neben dem 7. Halswirbel
Auch der ‚Stärkungspunkt‘ der Lunge am Rücken neben der Wirbelsäule kann täglich gedrückt werden: Unterhalb und Zwei-Finger neben dem 3. Brustwirbel
Ein weiterer wichtiger Punkt zur Akupressur ist am Handgelenk zu finden: Zwei-Finger oberhalb des Handgelenks der Daumenseite in einer kleinen Rinne.

Besonders bei akutem Husten kann das Aufsetzen eines Schröpfglases auf den Anfangspunkt der Lungenleitbahn helfen: Besonders bei Kindern ist das eher unproblematisch und wirksam! Er liegt einen Daumen unterhalb des Schlüsselbeins

Husten wird meist durch eine Kälte in der Lunge ausgelöst. Deswegen sollte Wärmen des Brustkorbs sehr ernst genommen werden- sowohl vorsorglich als auch in der Erkältungsphase. Kleine wärmende Dinkelkissen und Stadelmanns Thymian-Myrte-Balsam können ebenso helfen wie warme Wickel. .
Durch die ständig und überall gegenwärtige Heizungsluft trocknet auch unser Körper immer mehr aus. Das Organsystem Lunge ist besonders anfällig gegenüber Trockenheit – müssen doch die Bronchien immer etwas angefeuchtet sein. Symptome sind dann Reizhusten, trockene Kehle, trockene Haut, trockene Lippen. Oft kommen Hitzegefühle dazu.
Um dieser schädlichen Trockenheit vorzubeugen oder entsprechend zu begegnen reicht es oftmals, den Speiseplan um ein einheimisches Obst zu ergänzen: die Birne. Birnen wirken energetisch erfrischend und befeuchtend und regulieren Schleim-Hitze. Bei starken Hitzegefühlen können sie auch roh verzehrt werden, ansonsten ist sie gedünstet z.B. als Kompott empfehlenswert. Bei Kälteempfindungen kann das Kompott durch erwärmende Gewürze wie Zimt und Nelken ergänzt, bei beginnenden Erkältungen die zerstreuende Wirkung von mitgekochtem Ingwer genutzt werden. Bei hartnäckigem Husten kann eine Birne an den Seiten eingeritzt und ausgehöhlt mit Honig befüllt und dann gedünstet werden.
Eine alte chinesische Legende erzählt von einem lungenkranken Kind, welches auf Grund von Armut nur die im Garten wachsenden Birnen ass und daraufhin gesundete.
Bei Akut-Erkrankungen bedient sich die Chinesische Medizin gerne aus dem Jahrtausende alten Schätzen der Kräuterheilkunde: Neben verschiedenen Hustenrezepturen (auch als Saft erhältlich) , kann zum Beispiel im Anfangsstadium einer Erkältung ein Sud aus Frühlingszwiebeln und gekeimten Sojabohnen helfen. Wichtig ist hier, das noch kein Schwitzen eingesetzt hat! Auch ein Hustensaft aus einer Zwiebel kann leicht hergestellt werden: Zwiebel etwas aushöhlen, mit Rohrzucker befüllen und über Nacht auf einem Glas stehen lassen. Der entstandene Sud kann als Hustensaft getrunken werden.
Natürlich gibt es auch viele westliche Kräuter die helfen: Efeu-Extrakt, Thymian und Spitzwegerich können Hustenreiz und Krampfhusten lindern und den Schleim lösen.
Im Alltag sollte auf nicht zu trockene Räume und ausreichend Frischluft geachtet werden. Bei feuchter, nasskalter Witterung aber sollte man sich vor Überlastung hüten- auch Spaziergänge sollten 30 Min. nicht überschreiten. Ein Besuch in einer Salzgrotte oder im (trockenen) Solebad beschleunigt oftmals den Heilungsprozess – zu beachten ist hier allerdings die Gefahr von erneuter Ansteckung durch andere Gäste.
Besonders bei einer Bronchitis können Inhalationsgeräte mit Vernebelungstechnik helfen. Da hier kalte Luft eingesogen wird, sollte eine Behandlung mit gleichzeitiger Wärme (s.o) und nur in Massen erfolgen.
In der Chinesischen Medizin ist die Lunge unter anderem für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Nach längerer Erkrankung oder bei bereits vorher geschwächten Menschen -besonders Kindern- kann das Lungen-Qi geschwächt werden. Allgemeine Erschöpfungs-Symptome können ebenso wie asthmatische Erkrankungen oder chronische Bronchitis eine Folgeerkrankung darstellen. Deswegen ist es wichtig, die Lunge nach einem Infekt wieder zu stärken. Neben der Akupunktur und speziellen Arznei-Tees haben sich Kraftsuppen -mit oder ohne chinesischen Kräutern- bewährt (ein Rezept erhalten Sie bei Ihrem Therapeuten für TCM). Und: benutzen Sie Ihre Lunge, diese lebenswichtige Quelle des Qi: Singen, sowohl im Chor als auch unter der heimischen Dusche und musizieren mit Blasinstrumente können langfristig das Lungen-Qi stärken- und dazu noch viel Freude bereiten.

Für eine genaue Diagnose, Fragen und weitere Tipps, wenden Sie sich bitte an Ihre/n TCM- Therapeut/in!

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