Entschlackung mit westlichen Heilkräutern und chinesischer Medizin -1-

Entschlackung mit westlichen Heilkräutern und chinesischer Medizin
1. Ein Frühjahrstee – auch für die Haut!
Die folgende Teemischung wirkt vor allem auf die Funktionen von Haut und Niere. Auf diesem Wege werden Stoffwechselprodukte ausgeleitet (Ausleitung im Sinne der alten europäischen Säftelehre)
Durch Birkenblätter wird die Entwässerung (Diurese) angeregt und somit die Ausscheidung toxischer Stoffwechselprodukte. Hierbei ist es im Rahmen dieser Kur – die nicht länger als 4-6 Wochen dauern sollte!- wichtig auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Falls ein erhöhtes Wärmebedürfnis zu bemerken ist, sind sowohl Trinkmenge als auch die Teedosis insgesamt zu reduzieren – das ist aus Sicht der chinesischen Medizin ein Zeichen, dass das Yang zu gering geworden ist – im Frühjahr ein recht häufiges Phänomen.
Kamille wirkt krampflösend. Besonders ist dieser Bestandteil wichtig, wenn sich emotionale Anspannung in gelegentlichen Oberbauchbeschwerden bemerkbar macht. Diese Anspannungen (in der chinesischen Medizin „Stauung des Leber-Qi“ genannt) können auch zu einer Blockade zahlreicher weiterer Funktionen führen, wie z.B. auch der Schweissproduktion.
Für das Schwitzen und somit die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten über die Haut sorgen in dieser Mischung die Lindenblüten. Sie haben eine angenehm wärmende Wirkung – schweißtreibend wirken sie jedoch nur, wenn der Tee recht heiß getrunken wird und man sich dann auch gleich von aussen Wärme zuführt – durch ein warmes Bad beispielsweise.
Die Mischung besteht also zu gleichen Teilen aus:
Birkenblättern – Betulae folia
Kamillenblüten – Chamomillae flores
Lindenblüten- Tiliae flores
Von dieser Mischung nimmt man 2 Teelöffel auf eine Tasse, überbrüht mit kochendem Wasser und lässt das Ganze etwa 5 Minuten abgedeckt ziehen.
2. Es gibt zahlreiche Akupunkturpunkte, die auf das Immun- und Stoffwechselsystem eine anregende Wirkung haben. Zur Selbstbehandlung kann man problemlos einen Punkt unter dem 7. Halswirbel, also gerade im Nacken dort, wo sich beim Beugen des Kopfes eine deutliche Erhebung der Wirbelsäule zeigt, durch kräftiges Reiben erwärmen. Dieser Punkt heißt Da Zhui, was soviel wie „Der grosse Hammer“ bedeutet – in zweierlei Hinsicht ist der Name aussagekräftig: zum einen für die Lokalisation – eben eine wie ein Hammer hervorragende Stelle-, aber auch für die Wirkung: wenn man sich erschöpft und „zerschlagen“ fühlt.
Ausserdem kann man sich auch die Lendenregion mit beiden Handflächen reiben, auch dieses hat eine kräftigende Wirkung auf die Nieren – die dort wichtige Einwirkungspunkte haben.
3. Die Ernährung sollte in dieser Zeit keine schwer verdaulichen Nahrungsmittel enthalten, also
Wenig Fett – dazu zählt auch Öl!
Keine Rohkost – nur gedünstetes Gemüse
Wenig Fleisch, eher gekochten Fisch
Zum Frühstück eher eine leichte gewürzte Gemüsebrühe oder Bouillon als das schwer verdauliche Müsli!
4. Mässige körperliche Bewegung, Spazierengehen, Walken und nicht zu lange Strecken laufen. Hierbei besonders darauf achten, dass der Puls nicht zu sehr ansteigt. Keine Ekzesse – obwohl die erwachenden Frühlingsgefühle leicht dazu verleiten können!

Andreas A. Noll
noll@praxis-noll.de