Archiv der Kategorie: Naturheilkunde

Essen und Trinken

Unser Immunsystem hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel von einer ‚richtigen‘ Ernährung. Wobei es DIE richtige Ernährung nicht gibt. Jeder Mensch ist anders, und daher braucht jeder auch ein individuell angemessenes Essen. Stimmung, Bewegungsdrang, der Stoffwechsel, das Umfeld – dies alles kann unseren Appetit, unseren Bedarf, unsere Kapazitäten und die Bedürfnisse beeinflussen. Schlechte Laune schlägt auf den Magen, viel Bewegung erhöht unseren Bedarf an zugeführter Energie, und manchmal brauchen wir Salziges, Scharfes oder Süsses. Vor allem: es kommt darauf an, was unser Organismus, also zuallererst unser Verdauungssystem und dann der Stoffwechsel aus dem Zugeführten machen. Wir können die hochwertigsten Nährstoffe aufnehmen- der grosse ‚Faktor X‘ bleibt immer, was der Körper damit so anstellt – wird alles restlos verbraucht oder verschwindet es irgendwann ungenutzt in der Kanalisation? Werden die Kalorien in Bewegung umgesetzt oder in möglicherweise überflüssige Fett-Reserven? Das Kalorienzählen bringt wenig – das ist ähnlich, als wenn ein Unternehmen nur die Einnahmen verbucht….
Summa summarum – gesund essen kann schwieriger sein, als Sie denken, auch dank einer unternehmungslustigen und kreativen Lebensmittelindustrie, die uns zu mehr überreden will als wir tatsächlich brauchen.
Wörter wie „fettarm“, „hoher Ballaststoffgehalt“, „Vollkorn“, ‚bio‘ und „natürlich“ machen selbst den kritischsten Kunden oft glaubhaft, Gesundes auf den Tisch zu bringen. Wie z.B.:

Angereichertes Wasser und Vitamine
Viele Bio-Limonaden Getränke sind im Wesentlichen zuckerhaltige Getränke mit einer farbigen Vitamin-Pille. Wenn man sich in unseren westlichen Ländern einigermaßen abwechslungsreich ernährt, treten keine Vitaminmangelzustände auf. Ein Zuviel kann auch schädlich sein – das ergeben immer wieder Studien in der letzten Zeit!
Stattdessen: Trinken Sie Wasser, idealerweise aus dem Wasserhahn. Es ist das beste Getränk für Ihren Körper, ist natürlich kalorienfrei und kann ggf. mit etwas Obstsaft geschmacklich verbessert werden. Wenn Sie sich abwechslungsreich ernähren und sich bei den Nahrungsmitteln bedienen, die die Natur in der jeweiligen Jahreszeit beschert, brauchen Sie keine Nahrungs-Ergänzungs-Mittel!

Trinkflaschen…
Gelegentlich habe ich das Gefühl in einem Wüstenstaat zu leben. Die Flasche Wasser ist fast ständiger Begleiter auf der Strasse, im Unterricht oder Spazierengehen. Es hat sich fest eingeprägt, dass wir alle zu wenig trinken – propagiert werden Trinkmengen von mindestens 2-3 Litern/Tag. Durstgefühle kommen da gar nicht mehr auf. Es gibt aber einige einfache Tipps dazu:
– trinken Sie, wenn Sie Durst haben
– achten Sie auf den Urin: eine goldgelbe Farbe heisst, dass Sie zu wenig trinken; ist der Urin wasserklar und hell, trinken Sie vielleicht schon zu viel
– ‚Frostbeulen‘ brauchen weniger Flüssigkeit als ‚hitzige Temperamente‘!
– im Sommer brauchen Sie mehr Flüssigkeit als im Winter, wobei die trockene Heizungsluft auch dort dem Körper Flüssigkeit entzieht
– auch Durchfälle und Blähungen können durch zu viel Trinken begünstigt werden, bei Verstopfung kann es besser sein mehr zu trinken
– bei Fieber brauchen Sie mehr Flüssigkeit
– trinken Sie nicht erst abends – das könnte Ihnen die Nachtruhe rauben!
– Bei Problemen mit der Blase oder den Nieren: fragen Sie Ihren Therapeuten!

Das Rezept für das Jahr 2018: Entspannung, Genuss und Innensicht

Im Jahre 1953 wurde der genetische Code mit seinen 64 Eiweissbausteinen entdeckt. In seinem Buch ‚Weltformel I Ging und genetischer Code‘ schildert der Autor Dr. Martin Schöneberger in anschaulicher Art und Weise seine Entdeckung, dass das Buch der Wandlungen (Yijing; I Ging) und der genetische Code auf demselben System beruhen. Daher stellte er sich also die Frage, ob der Aufbau der Gene nicht auf einem universellen Prinzip beruht und Leben in dieser Form also kein Zufall ist, sondern dem Grundprogramm des Universums entspricht.

Früher haben die Menschen sehr im Einklang mit der Natur gelebt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Sie Beobachtungen und Mechanismen im Körper und der Umwelt erkannt und niedergeschrieben haben.

Das Yijing entführt uns in diese sehr frühen Erkenntnisse und Erfahrungen aus China. Es gilt als gesichert, dass es wesentlich älter als die Bibel ist und philosophisch betrachtet sind die Wurzeln des Konfuzianismus und Daoismus dort zu finden. Nicht verwunderlich ist es daher, dass Prüfungen für höhere Beamten im frühen China komplexe Fragen zum Yijing enthalten haben.

Die Basis bilden 8 Trigramme – bestehend aus übereinander liegenden 3 Yin oder Yang Linien – und die Kombination dieser Basis Trigramme führen zu 64 Hexagrammen – auch Lebensbilder – genannt.

Für das Jahr 2018 gilt das Lebensbild Hexagramm 27 ‚Die Ernährung‘ und wird von den alten chinesischen Orakelmeistern so interpretiert:

Ein starker Yang-Strich oben, ein starker Yang-Strich unten und dazwischen ein leeres Feld mit 4 Yin Strichen. Dies stellt auch einen Mund dar und damit die Rahmenbedingung dessen, was man unter Ernährung zu verstehen hat. Die drei unteren Linien symbolisieren den Donner und eine initiale Bewegung und stellt einen Unterkiefer dar. Die Kernkompetenz dieses Bildes heisst ‚das Hemmnis‘. Die drei oberen Linien stehen für den Berg, das Stillhalten und bilden einen Oberkiefer ab. Die Kernkompetenz dieses Bildes heisst ‚das Erregende‘.

Hexagramm 27: I – Die Ernährung, besteht aus:

Gen – Der Berg
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Dschen – Der Donner
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Von Bedeutung für dieses Jahr ist dementsprechend alles was in Verbindung mit dem Magen gebracht werden kann. Neben der Ernährung mit Aufnahme von Essen und Trinken an sich symbolisiert diese aber auch das ganze Feld der Auseinandersetzung mit dem Leben und damit die Aufnahme der ‚geistigen Nahrung‘. Im übertragenen Sinne sollen wir uns intensiv das anschauen mit dem wir uns tagaus und tagein beschäftigen. Â Fragen wie „Mit wem oder was umgebe ich mich“ oder „was nehme ich auf und was halte ich für selbstverständlich“ haben eine grosse Bedeutung im laufenden Jahr. Wie verarbeite ich auf mich einströmende Lebensereignisse und warum tue ich Dinge – oder tue ich auch nicht, die dringend bearbeitet werden müssten? Wie interagiere ich mit meiner Umwelt im Alltag und wie kann ich mich in den täglichen ‚Rollenspielen‘ schützen?
Um den eigenen Seelenplan zu finden ist es wichtig die Balance aus Bewegung und Ruhe sowie dem Innenhalten zu finden. Dabei ist mit Bewegung nicht nur die physische Aktivität gemeint, sondern auch unser eigenes Durchrütteln in festgefahrenen Strukturen und Mustern. Eine grosse Chance für unsere eigene Weiterentwicklung besteht darin, den eigenen Hemmnissen zu begegnen. Das Lebensbild 27 fragt: ‚Was ist für mich auf dieser Welt richtig? Wofür bin ich da und was ist mein Seelenplan. Ähnlich einem faszinierenden Berg, der wunderbare Schätze (Erze) in sich birgt ist es an uns unsere persönlichen Werte zu finden und vertrauensvoll auf Hemmnisse zu schauen, damit diese bearbeitet werden können. Auf der materiellen Seite erleben wir Harmonie mit unseren Besitztümern wenn wir keine Habgier entwickeln, loslassen Lernen und unser Wissen und Lebenserfahrung bereitwillig weiter geben. Es gilt daher: Trauen wir uns, uns fallen zu lassen, das Schöne zu finden und zu kultivieren. Es gilt die Augen nach Innen zu richten, die Seele baumeln zu lassen, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sich selbst ein Ohr zu leihen und in der Entspannung den Zugang zu eigenen Schätzen zu finden. Nimm Dich selbst an die Hand und der Weg wird sich auftun, um im Einklang mit der wunderbaren Fülle des Lebens zu leben und das Qi bestmöglich fliessen zu lassen. ‚Das Wissen um das, was wann guttut und was nicht, hängt nicht zuletzt vom klaren Bekenntnis zu sich selber ab.‘

Machen wir dies nicht und wehren wir uns innerlich dagegen, wird es schwer – das Gegenbild zu Hexagramm 27 ist das Hexagramm 28 und heisst ‚Des Grossen Übergewicht‘ und stellt die Überlastung dar.

Energie-Kekse

Dieses Rezept stammt von einer lieben 5 Elemente Kollegin aus Vorarlberg: Sabine Erath-Stark (www.taovita.at). Sie nennt diesen Snack ‚Hausfreund‘, denn er ist tatsächlich das ganze Jahr ein guter Begleiter, nicht nur zur Weihnachtszeit. Kommt zwischendurch mal die Lust auf Süsses oder sackt die Energie in den Keller, dann sind diese Power Kekse genau richtig.

(H) 300g feines Dinkelvollkornmehl
(F) etwas Orangenschale
(E) 180g Rohrohrzucker
(E) 200g getrocknete Feigen (oder andere Trockenfrüchte)
(E) 150g Haselnüsse (oder andere Nüsse)
(E) 4 Eier
(E) ¾ Weinstein Backpulver
(E) ½ TL Zimt
(E) 1 Msp. Vanille gemahlen
(M) 1 Msp. Kardamom
(W) 1 Prise Salz
(in Klammern: Wirkung auf die Wandlungsphase/das Element, also Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz)

Trockenfrüchte in kleine Stücke schneiden, Nüsse grob hacken. Zucker und Eier schaumig rühren. Mehl, Weinstein Backpulver und Gewürze dazugeben. Anschliessend die Trockenfrüchte und Nüsse unterheben.
Ofen auf 160-180°C vorheizen. Die Masse auf dem Blech verteilen (eine Art Fladen formen) und backen bis alles eine goldbraune Farbe angenommen hat. Je nach Backofen dauert das ca. 20 Minuten. Den Fladen noch warm schneiden, auskühlen lassen und die Kekse in einer Dose aufbewahren.

Das böse Cholesterin?

Seit Jahrzehnten wird das Cholesterin verteufelt. Es ist an modernen Zivilisationskrankheiten, wie Arteriosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt und senile Demenz für schuldig erklärt worden. Butter wurde vom Speiseplan lange verbannt, und der Verzehr von Eiern auf maximal das Sontagsei reduziert.

Medikamente zur Senkung der Blutfette gehören zur Standard-Medikation – mit zweifelhaften Nutzen und erheblichen Nebenwirkungen. Diätpläne erwiesen sich auch nicht als effektiv – liess sich der Cholesterinspiegel doch nur wenig durch karges, mageres Essen beeinflussen. Wenn zu viel Cholesterin aufgenommen wird, wir es z.B. über die Gallenblase und den Stuhlgang wieder ausgeschieden. Wohl aber macht sich Stress bemerkbar – da gehen die Werte zuverlässig nach oben….

Die Naturheilkunde und die TCM waren da schon immer skeptisch. Jetzt machen auch US-Experten in ihren Empfehlungen einen Rückzieher: Cholesterin aus Lebensmitteln wird nicht mehr als Gefahr für die menschliche Gesundheit gesehen. Künftig soll in den offiziellen Ernährungsratschlägen nicht mehr vor Speisen mit hohem Cholesteringehalt gewarnt werden. Da heißt es vom US-Landwirtschaftsministerium: „kein nennenswerter Zusammenhang zwischen dem Cholesterin in Lebensmitteln und dem Cholesterinspiegel“

Dabei ist Cholesterin ein lebensnotwendiger Stoff, gerade wenn es um Stress, das gefürchtete metabolische Syndrom und auch Probleme mit den Hormonen gibt. Cholesterin gilt als ‚ die Mutter aller Hormone‘, und lebenswichtige Steuer-Â-Hormone können erst aus diesem Stoff gebildet werden:
– Östrogene
– Gestagene
– Androgene
– Glukokortikoide
– Mineralokortikoide
– Calcitrial (Vitamin D)

Zu Bedenken ist jedoch, dass natürlich die Aufnahme von fetten Nahrungsmitteln sehr kalorienreich ist – dafür im Gegenzug aber auch gut sättigt! – und auch die ungesättigten Fettsäuren eine schädigende Wirkung haben. Eier sind aber in dieser Hinsicht kein Problem!

Guten Appetit…

Zwei chinesische Arzneimittel für das Immunsystem

Huang Qi (Astragalus membranaceus) ist eine getrocknete Wurzel und gehört zur Familie der Leguminosae. Verwandt ist diese Pflanze mit anderen Hülsenfrüchten, von Bohnen, Ernüssen bis zum Süssholz. Als erstklassiges Kraut wurde es schon im alten chinesischen Arzneibuch, dem Shennong Ben Cao Jing erwähnt. Huang Qi ist süss im Geschmack und warm und das wichtigste kräftigende Kraut in der chinesischen Phytotherapie. Es kann das Qi tonisieren und die Abwehr-Energie stärken. Auch für die Gesundheitspflege und Krankheitsvorbeugung ist diese Heilpflanze für Menschen bei Schwächezuständen geeignet: sich immer müde fühlen, Atemnot, schlechter Schlaf, Erkältungsneigung und als Ergänzung während der Chemotherapie und / oder Strahlentherapie. Einer der Wirkstoffe, Astraglosid IV tonisieren die Telomere der DNA-Zellen und haben so eine anti-oxidierende Wirkung.
Ganoderma lucidum, allgemein bekannt als der Lingzhi-Pilz, wird häufig in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Seine Popularität als ‚Pilz der Unsterblichkeit‘ erstreckt sich darüber hinaus auf die gesamte japanische und koreanische Medizin, und seit vielen Jahren erfreut er sich auch im Westen zunehmender Beliebtheit..
Es hat auch eine therapeutische Wirkung auf das Immunsystem und kann helfen, eine Vielzahl von Zuständen zu behandeln, die mit dem metabolischen Syndrom assoziiert sind. Hierbei sind seine antioxidativen Bestandteile wichtig. Vor allem wirkt er aber auf das Immunsystem – in beiden Richtungen: bei überschießenden Reaktionen wie bei Allergien und akuten Autoimmunkrankheiten die Immunsystemaktivität zu reduzieren, und stärkend für das Immunsystem, wenn es geschwächt ist.

Auf den Punkt gebracht: Unterstützung für das Immunsystem und die Haut- Dickdarm 11 – qu chi, der gebogene Teich

Am äusseren Rand des Ellenbogens liegt dieser Punkt, der gerade in dieser Jahreszeit eine besondere Wichtigkeit erfährt: Er reguliert das Immunsystem und die Haut. Seine Energetik könnte man so beschreiben: er ist – man beachte den Punktnamen!- der Wasser-Punkt auf der Dickdarm-Leitbahn, d.h. auf den Dickdarm und die Haut, aber auch auf alles, was er in seinem Verlauf tangiert, hat er eine kühlende und anfeuchtende Wirkung. Der Dickdarm-Meridian verläuft vom Zeigefinger über die Aussenseite des Arms und die Schulter bis zur Nase. Häufig Beschwerden auf dieser „Route“ sind Entzündungen der Schulter und vor allem Nasennebenhöhlen-Entzündungen – eine häufig Indikation für Dickdarm 11.
Der Punkt Dickdarm 11 wird bei uns in der Praxis häufig in die Punktkombinationen eingebracht, z.B. zusammen mit
– Dickdarm 4 bei Entzündungen im Gesichtsbereich
– Milz 9 bei Ausfluss und vaginalen Pilzinfekten
– Milz 10 bei juckenden, entzündlichen Hauterkrankungen

Die genauere Lokalisation der Punkte können wir Ihnen gerne in der Sprechstunde zeigen- zur Selbstbehandlung können Sie diese „Energie-Höhlen“ in akuten Situationen ruhig mehrmals täglich kreisend massieren.

Auf den Punkt gebracht: Ein Punkt zum Innehalten: Leber 2

Sie kennen es wahrscheinlich gut – wenn Sorgen, Probleme und traurige Ereignisse die ‚liebe Seele‘ allzusehr betrüben, findet selbige scheinbar in hektischer, ablenkender Aktivität ihren Frieden. Aber die Erfahrung lehrt, dass irgendwann die Gefühle wieder kommen und dann umso heftiger heimsuchen – als Albträume oder auch als körperliche Erkrankungen manifestiert. Der Punkt Xingjian, Leber 2 liegt zwischen der Grosszehe und dem 2. Zeh und bedeutet ‚Zwischenraum des Gehens‘ – dies ist nicht nur auf die Lokalisation am Fuss bezogen, sondern auch auf das alltägliche ‚Hamsterrad‘ von rastloser Aktivität, in das man geraten kann. Angebracht ist dieser Punkt dann bei Unruhezuständen, Hektik, Schlaflosigkeit, Gedankenkreisen, aber auch Schwindel und Kopfschmerzen.
In unserer Praxis wird ‚Xingjian‘ kaum alleine genutzt, sondern kann mit vielen anderen Punkten kombiniert werden, um seine Wirkung zu fokussieren und zu verstärken:
+ Gallenblase 41 an der Seite des Fusses bei Kopfschmerzen und roten, schmerzenden Augen
+ Magen 36 unter dem Knie bei Magenproblemen
+ Lunge 5 am Ellenbogen nach Trauer und Trennungen

Schwangerschaft und Geburt nach den Fünf Wandlungsphasen

Die Lehre der Fünf Wandlungsphasen bildet eine grundlegende Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin. So wie das ganze Leben dem Lauf und Veränderungen der Wandlungsphasen folgt, wird auch die Zeit der Schwangerschaft aus Sicht der Wandlungsphasen beachtet: Die zehn Schwangerschaftsmonate werden in Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser eingeteilt. Auch wenn jede Schwangerschaft individuell zu betrachten ist, eröffnet ein Blick für die jeweilige Wandlungsphase viele Möglichkeiten um Mutter und Kind zu unterstützen. Durch Anpassung von Ernährung und Lebensweise und gegebenenfalls Unterstützung mit Akupunktur oder chinesischer Kräuterheilkunde können sogar bereits vor der Schwangerschaft bestehende Dysbalancen wie chronische Erkrankungen positiv beeinflusst werden. Auch akut auftretende Beschwerden wie Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen, Übelkeit, Erbrechen, Stimmungsschwankungen, Anämie etc. lassen sich durch fachkundige Behandlung lindern.
Mit der Geburt des Kindes beginnt ein neuer Zyklus der Wandlungsphasen und das Kind durchlebt in den ersten 40 Lebenswochen erneut alle Phasen, die es bereits in der Schwangerschaft durchlebt hat. Aus Sicht der TCM können Störungen in der Schwangerschaft (z.B. Unsicherheiten und Ängste, Medikamenteneinnahme, Erkrankungen) in derselben Phase des ersten Lebenszyklus des Neugeborenen in anderer Erscheinung auftreten und Dysbalancen hervorrufen. Mithilfe des Wissens der Wandlungsphasen kann ein Therapeut für Chinesische Medizin mit dieser Methode viele ansonsten unerklärlichen Beschwerden von Säuglingen und Babys behandeln und helfen, die Grundkonstitution zu stärken.

Vorbereitung auf die Geburt:

28Durch bestimmte Akupunkturpunkte kann der bevorstehende Geburtsverlauf positiv beeinflusst werden. Jedoch sollte auch hier- wie in der ganzen Schwangerschaft- gelten: So viel wie nötig aber so wenig wie möglich. Die beste Vorbereitung stellt eine gesunde und harmonische Schwangerschaft dar. Sollten Komplikationen wie zum Beispiel eine Beckenendlage drohen, kann der erfahrene Therapeut -im Rahmen seiner Möglichkeiten und unter ständiger Begleitung der Schwangeren von Hebamme/Arzt – versuchen zu helfen. Die Moxibustion (Verbrennen von Chinesischen Kräutern) eines Akupunkturpunktes am kleinen Zeh hat sich zum Beispiel auch in zahlreichen Studien als erfolgreich erwiesen um eine zeitige Drehung hervorzurufen (u.a. Mannheimer Frauenklinik).
Über die Ernährung kann der Körper besonders in der letzten Phase der Schwangerschaft- dem Wasser-Element- gestärkt und genährt werden. Hier können Schwarzer Reis, Reissuppen (Congee, Rezept s.u.), Fisch (Qualität!!!) und Hülsenfrüchte sinnvoll sein. Etwa vier Wochen vor der Geburt kann die Mutter beginnen, täglich 1-2 TL Goji-Beeren zu sich zu nehmen- die wertvolle getrocknete Beere wirkt nicht nur stärkend und harmonisierend, sie soll auch den Fötus ‚schlüpfrig machen‘ und so zu einer angenehmeren Geburt verhelfen. Ebenso sollten die künftigen Eltern sich auf das Ungeborene und die Partnerschaft (Familie) konzentrieren und sich pflegen.
Besonders, wenn der Körper bereits vor der Geburt geschwächt ist oder sich eine Anämie (Blutarmut) abzeichnet, können Kraftsuppen helfen. Dazu wird Gemüse, Rind- oder Huhn mit Knochen und eventuell auch chinesische Kräuter 4-5 Stunden lang gekocht (Rezept auf Anfrage erhältlich). Zum intensiven Blutaufbau können auch Rezepturen aus chinesischen Kräutern verschrieben werden und die Akupunktur helfen, ebenso wie eine gezielte Ernährungsberatung- bitte fragen Sie hierzu Ihren ausgebildeten TCM-Therapeuten. Oft kann der Körper natürliche Bestandteile besser aufnehmen als industriell hergestellte Medikamente.

Das Wochenbett:

Nach Schwangerschaft und der Geburt kommt es aus chinesisch-energetischer Sicht zu einem Mangel von Blut und Qi (Energie). Daher ist es besonders wichtig, diesen durch eine ausgewogene Ernährung und viel Ruhe (Bett!) auszugleichen. Ein Mangel an Qi und Blut könnte zum Beispiel eine Wochenbett-Depression auslösen.
Tatsächlich sind auch heute noch chinesische Frauen nach der Geburt einige Wochen nur im Haus und werden von den Verwandten umsorgt. Die TCM sieht hier nicht nur die Wichtigkeit des Wiedererlangens von Qi und Blut, sondern auch die Möglichkeit, in dieser Zeit chronische Erkrankungen auszuheilen. Auch für das Neugeborene sind die ersten Wochen lebensprägend. Die nötige Ruhe, Vermeidung von äusseren Reizen und die richtige Ernährung der Mutter stärken auch das Kind für das weitere Leben.
Eine stärkende Wochenbettsuppe sollte unmittelbar nach der Geburt erstmalig und auch die darauffolgenden Wochen mit 1-2 Tassen pro Tag eingenommen werden. Die Grundzutaten bilden Huhn (mit Knochen), Karotten und Petersilie.

Wochenbettsuppe nach der Chinesischen Heilkunde
Das Grundrezept für eine kräftigende Fleischbrühe kann für 3-4 Tage (im Kühlschrank gelagert) vorgekocht werden. Mit jedem erneutem Aufkochen erhöht sich die Haltbarkeit.
Die erste Suppe sollte bei Beginn der Wehen angesetzt oder bereits vorher zubereitet und eingefroren werden (wichtig: nach dem Auftauen erneutes Aufkochen von min. 10 Minuten). Optimalerweise kann bereits unmittelbar nach der Geburt die erste Portion getrunken werden.
Gerechnet für einen grossen Suppentopf mit etwa 5 l benötigt man ein ganzes Huhn. Lorbeerblätter, Koriander, Wacholderbeeren, Thymian, Sellerie, 2-3 Möhren, frischen Ingwer (1 cm), Liebstöckel, ¼ Tasse schwarze Bohnen und frische Petersilie werden in das kochende Wasser gegeben , zusätzlich die chinesische Kräuter (zu beziehen aus der TCM-Fachapotheke) Da Zao (rote Dattel, ca. 5 Stück) und Ou Jie (Lotuswurzel, einige Stücken) 4-5 Std. mit Deckel köcheln lassen.
Die Gewürze und Kräuter können nach Indikation variieren und mit weiteren Kräutern ergänzt werden. Ihr Therapeut für Chinesische Medizin hilft Ihnen sicher gerne weiter!

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
‚Die Fünf Elemente Ernährung für Mutter und Kind‘, B. Temelie, B. Trebuth, Joy-Verlag
‚Die Jahreszeiten im Palast des Kindes‘, R. Schulze als Download hier:
https://www.hebammenverband.de/hebammenforum/materialien-zum-herunterladen/
Zieten- Apotheke Berlin: https://www.zietenapotheke.de/v3/kraftsuppen.html

Auf den Punkt gebracht: Der Loslasser Hegu, Dickdarm 4

Wenige Akupunkturpunkte werden so häufig genutzt wie dieser Punkt, der zwischen Daumen und Zeigefingern liegt und zudem sehr gut und effektiv mit Akupressur selbst behandelt werden kann. Dieser 4. Punkt auf der am Zeigefinger beginnenden und an der Nase endenden Dickdarm- Leitbahn hat ein breites Wirkungsspektrum und das nicht nur in der kühleren Jahreszeit und der Übergangsphase zum Winter: Infekte und Beschwerden im Gesichtsbereich von Schnupfen, verstopfter Nase, Stirnkopfschmerz und Nasennebenhöhlen-Entzündungen bis zum Heuschnupfen. Auch bei chronischen, verschleppten Infekten wirkt ‚Hegu‘ ausleitend und so das Immunsystem stärkend. In der TCM gilt er als der ‚grosse Öffner‘, der so nicht nur bei der Ausleitung die Hautporen öffnet/schliesst (Schwitzen regulierend) und den Stuhlgang erleichtert. Auch auf der seelischen Ebene ist er der ‚Loslasser‘, wenn Probleme und Sorgen das Denken und Fühlen übermässig blockieren.
In unserer Praxis wird ‚Hegu‘ kaum alleine genutzt, sondern kann mit vielen anderen Punkten kombiniert werden, um seine Wirkung zu fokussieren und zu verstärken:

+ Dickdarm 11 am Ellenbogen bei eitrigen Prozessen in Haut, Nase und Gesicht

+ Leber 3 am Fussrücken bei Anspannung und emotionalen Blockaden

+ Niere 7 an der Achillessehne bei Störungen der Schweissproduktion

+ Magen 41 am Fussgelenk bei Zahn-Mundproblemen, ggf. begleitend zur Zahnarzt- Behandlung

+ Di 7 bei Blockaden im Schultergelenk

Reisezeit

Es ist Ihnen vielleicht bekannt: Langes Reisen im Sitzen lässt das Blut in den Füssen/Beinen stauen, es kommt zum Übertritt von Flüssigkeit ins Gewebe und zu Schwellungen/Ödemen. Unangenehm und gelegentlich zu Bewegungsdrang führend….Gefährlicher jedoch ist die Stauung des Blutes selber- es kommt dann leicht zu Thrombosen (‚Blutverklumpungen‘) und in der Folge zu bedrohlichen Embolien. Aus Sicht der chinesischen Medizin ist das vor allem ein Problem von Leber und Milz – sie sind aus dieser Sicht ‚zuständig‘ für den Flüssigkeitstransport und den Blutfluss – angepasst an die jeweilige Situation. Wer eine ‚gute Milz und gute Leber‘ hat- aus Sicht der TCM! – der hat wenig zu befürchten. Warnsignal: gestaute, dicke Unterzungenvenen und/oder eine schwammig gedunsene Zunge -dann gelten Vorsichtsmassnahmen:

Reisende mit erhöhtem Thromboembolierisiko sollten bei Langstreckenflügen für eine ausreichende Trinkmenge sorgen und möglichst oft umherlaufen und somit die Wadenmuskeln betätigen.
Bei Flugreisen ab sechs Stunden Dauer sind für Reisende mit hohem Thromboserisiko angepasste Unterschenkel-Kompressionsstrümpfe sinnvoll- aber trotzdem versuchen sich im Flugzeug zu bewegen!
Auch lange Reisen zu Land können übrigens das Thromboserisiko erhöhen!
Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN, Generika) ist zur Prophylaxe von Thrombosen bei Reisen nicht geeignet. In Einzelfällen kann bei hohem Risiko eine Einzeldosis eines niedermolekularen Heparins erwogen werden- fragen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker!