Archiv der Kategorie: Aus der Forschung

Akupunktur bei Morbus Alzheimer

Chinesische Forscher haben 14 Alzheimer-Patienten und 14 gesunde Personen vor, während und nach einer dreiminütigen Akupunkturstimulation auf H3/Le3 (taichong) und IC4/Di4 (hegu) mit fMRT untersucht. Dabei zeigte sich bei den Alzheimer-Patienten eine signifikante Verbesserung des gestörten Default Mode Networks (DMN), das für das Erinnerungsvermögen von großer Bedeutung ist.
(Acupuncture Stimulation of Taichong (Liv3) and Hegu (L14) Modulates the Default Mode Network Activity in Alzheimer´s Disease, Am J Alzheimers Dis Other Demen, 6. Juni 2014, pii: 1533317514536600, online-Veröffentlichung)

Akupunktur verbessert bei stabiler koronarer Herzkrankheit die Herzfunktion

Amerikanische Forscher haben 151 Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (SKHK) 12 Wochen lang dreimal wöchentlich entweder mit traditioneller Akupunktur (TA) oder mit Sham-Akupunktur (SA) behandelt. Eine dritte Gruppe erhielt keine Behandlung. Bei allen drei Gruppen wurde zu Beginn der Behandlung und nach ihrem Abschluss jeweils die Herzfrequenzvaribabilität (HFV) unter mentalem und physischem Stress gemessen. Bei Behandlungsende war die HFV in Hinblick auf die Marker für die Aktivität des parasympathischen Nervensystems unter mentalem Stress in der TA-Gruppe höher als in der SA-Gruppe. Unter anderem wurde eine 17 % höhere Aktivität des Vagus gemessen.
(A randomized controlled trial of acupuncture in stable ischemic heart disease patients, Int J Cardiol, 11. Juli 2014, pii:S0167-5273 (14) 01201-7)

Aus der Forschung: Gesundheitliche Auswirkungen von Milch

Wenn wir von Milch sprechen, meinen wir Kuhmilch und denken an ein Getränk. Aber Milch ist nicht dazu geeignet, den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Sie ist vielmehr ein hochwertiges Nahrungsmittel. In ihr sind alle Inhaltsstoffe enthalten, die ein Kind zum Wachsen und Gedeihen benötigt. Aufgrund der hohen Vitalstoff-Konzentration kann Milch dazu beitragen, Ihr Risiko für Krankheiten wie Gicht, Bluthochdruck und Herzinfarkt zu senken, wie auch Studien belegen.

Forscher der Harvard-Universität in Boston, Massachusetts/USA, untersuchten 12 Jahre lang mittels Fragebögen die Ernährungsgewohnheiten von über 50.000 Männern in Bezug auf das Auftreten einer Gicht-Erkrankung. Das vorgestellte Ergebnis ihrer Langzeitstudie zeigte klar, dass die Männer mit regelmäßigem Milchkonsum ein geringeres Risiko hatten, an Gicht zu erkranken. Die Forscher erklären diesen Effekt dadurch, dass Milch purinfrei ist und gleichzeitig Harnsäure austreibend wirkt.

Wenn Sie täglich ein bis zwei Gläser fettarme Milch trinken, verringern Sie darüber hinaus Ihr Risiko für Bluthochdruck. Das ergab ebenfalls eine Studie der Harvard-Universität.
Die Wissenschaftler hatten die Daten von 30.000 Frauen, die älter als 45 Jahre waren, ausgewertet und sowohl ihre Blutdruckwerte als auch ihren Milchkonsum analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass die Frauen, die täglich zweimal fettarme Milch oder Milchprodukte konsumierten, ein um 10 % geringeres Risiko für Bluthochdruck hatten, als die Frauen, die höchstens einmal im Monat Milch zu sich genommen hatten. Die Forscher vermuten, dass die in der Milch enthaltene Kombination aus Calcium und Vitamin D sich positiv auf das Gefäßsystem auswirkt.

Doch es gibt auch negative Auswirkungen des Milchkonsums.

Man könnte meinen, dass Milch durch ihren hohen Kalziumgehalt ideal geeignet ist, einer Osteoporose entgegenzuwirken und die Festigkeit der Knochen zu erhöhen. Die Forschung sieht das jedoch teilweise anders. Bereits 1998 konnten Wissenschaftler der Harvard-Universität in Boston/USA in einem Beobachtungszeitraum von 12 Jahren bei 80.000 Frauen im Rahmen der „Nurses Health Study“ feststellen, dass es umso mehr Knochenbrüche gab, je mehr Milch-Kalzium die Frauen zu sich genommen hatten. Die Ursache hierfür sehen die Forscher in den Milchproteinen. Die darin enthaltenen schwefelhaltigen Aminosäuren und der hohe Phosphat-Anteil führen zu einer Übersäuerung im Körper, wodurch Kalzium aus den Knochen gelöst und mit dem Urin ausgeschieden wird.

Milch ist reich an so genannten insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF-I), die im Verdacht stehen, das Tumorwachstum zu begünstigen. So ergab eine Langzeitstudie der Harvard-Universität im Jahr 2005, dass bei Männern, die täglich mehr als zwei Gläser Milch trinken, das Prostatakrebs-Risiko* um das 2,4-fache erhöht ist. Dieselbe Studie zeigte, dass bei den regelmäßig viel Milch trinkenden Frauen das Brustkrebs-Risiko um das 2,2-fache höher ist. Das Risiko für Eierstocktumore wächst bei einem täglichen Milchkonsum von mehr als zwei Gläsern Milch sogar auf über 44 %.

Verum- und Sham-Akupunktur wirken sich auf unterschiedliche Bereiche des Gehirns aus

Deutsche Forscher haben 21 gesunde männliche Versuchspersonen entweder auf S44/Ma44 (neiting) oder auf einem Sham-Punkt auf dem linken Fußrücken akupunktiert. Dabei zeigten die fMRT-Aufnahmen dass bei Verum-Akupunktur verstärkt der primäre somatosensorische Kortex, der untere Parietallappen, der präfrontale Kortex und die hintere Inselrinde aktiviert werden, während dies bei der Sham-Akupunktur der vordere Gyrus cinguli und die vordere Inselrinde sind.
(Verum and sham acupuncture exert distinct cerebral activation in pain processing areas: a crossover fMRI investigation in healthy volunteers, Brain Imaging Behav, 12. April 2014, online-Veröffentlichung) http://www.akupunktur.ch/smsnewsletter/lt.php?id=YkkHBxhTCQFNUAJaAw

Distale Akupressur gegen Schulter- und Nackenschmerzen

Japanische Forscher haben 41 Frauen mit Schulter- und Nackenschmerzen entweder auf den Akupunkturpunkten S34/Ma34 (liangqiu), S36/Ma36 (zusanli) und S41/Ma41 (jiexi) oder auf den Akupunkturpunkten IC4/Di4 (hegu), IC10/Di10 (shousanli) und IC11/Di11 (quchi) mit Akupressur behandelt. Die Kontrollgruppe erhielt keine Akupressur. Akupressur auf den drei Magenleitbahnpunkten hatte keine Auswirkungen auf den Blutfluss im Musculus trapezius und verringerte die Sauerstoffsättigung des Muskels eher. Dagegen erhöhte Akupressur auf den Dickdarm-Punkten den Blutfluss und reduzierte die Sauerstoffsättigung nicht. Messungen der Herzfrequenzvariabilität zeigten bei den Magenleitbahn-Punkten eine Aktivierung des Sympathikus, wohingegen die Dickdarm-Punkte den Parasympathikus aktivierten.
(Distal traditional acupuncture points of the large intestinal meridian and the stomach meridian differently affect heart rate variability and oygenation of the trapezius muscle, Evid Based Complement Alternat Med, 2014, 2014:283010) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24696701

Chinesische Arzneimittel reduzieren Fortschreiten von Diabetes

Chinesische Forscher haben 420 Patienten mit gestörter Glukosetoleranz 12 Monate lang dreimal täglich entweder mit der in China bei Typ-2-Diabetes mellitus häufig eingesetzten Rezeptur „Tianqi-Kapsel“ oder mit einem Placebo behandelt. Tianqi enthält die zehn chinesischen Heilpflanzen Astragali radix (Huangqi), Coptidis rhizoma (Huanglian), Trichosanthis radix (Tianhuafen), Ligustri lucidi fructus (Nüzhenzi), Dendrobii caulis (Shihu), Ginseng radix (Renshen), Lycii cortex (Digupi), Ecliptae herba (Hanliancao), Galla chinensis (Wubeizi) und Corni fructus (Shanzhuyu).
Nach zwölf Monaten hatten 36 Patienten der Tianqi-Gruppe (18,18 %) und 56 Patienten der Placebo-Gruppe (29,32 %) Diabetes entwickelt. Das entspricht bei Tianqi im Vergleich zum Placebo einer Verringerung des Diabetesrisikos um 32,1 %, was etwa mit der Wirkung von Diabetesmitteln wie Acarbose und Metformin vergleichbar ist. Zudem traten bei Tianqi kaum Nebenwirkungen auf, und zwischen Tianqi- (63,13 %) und Placebo-Gruppe (46,60 %) zeigte sich ein signifikanter Unterschied in der Zahl derjenigen Patienten, die am Ende der Behandlung eine normale Glukosetoleranz hatten. Wichtigster Bestandteil der Rezeptur ist den Autoren der Studie zufolge Coptidis rhizoma (Huanglian), deren Inhaltsstoff Berberin schon seit längerem wegen seiner antidiabetischen Wirkung bekannt ist.
(Chinese herbal medicine Tianqi reduces progression from impaired glucose tolerance to diabetes: a double-blind, randomized, placebo-controlled, multicenter trial, J Clin Endocrinol Metab, Februar 2014, 99(2), 648-55)

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Cannabis-Pille (Maziren wan) gegen Obstipation

Forscher in Hongkong haben 120 Patienten mit funktioneller Obstipation 18 Wochen lang entweder mit der Rezeptur Cannabis-Pille (Maziren wan) oder mit einem Placebo behandelt. Die zum ersten Mal im Shanghan lun erwähnte Rezeptur enthält Cannabis fructus (Huomaren), Rhei radix et rhizoma (Dahuang), Paeoniae radix alba (Baishao), Armeniacae amarae semen (Xingren), Aurantii fructus immaturus (Zhishi) und Magnoliae cortex (Houpo). Mit der Cannabis-Pille (Maziren wan) ließen sich signifikant bessere Behandlungsergebnisse erzielen, allerdings traten auch häufiger Nebenwirkungen auf (13,3 %) als in der Placebogruppe 3,3 %). Die Autoren weisen darauf hin, dass diese Nebenwirkungen bei Abführmitteln üblich sind und möglicherweise auf Chrysophanol, einen Bestandteil von Rhei radix et rhizoma (Dahuang), zurückzuführen sind.
(Chinese herbal medicine for functional constipation: a randomised controlled trial, Hong Kong Med J, 19. Dezember 2013, Suppl 9, 44-46)

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Taiji und Qigong mit positiver Wirkung bei Krebspatienten

Chinesische Forscher haben 13 Studien mit 592 Teilnehmern ausgewertet und sind dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass Taiji und Qigong bei Krebspatienten Lebensqualität, Unwohlsein und Ermüdung, Immunfunktion und Cortisolwerte verbessert.
(Health benefits of qigong or tai chi for cancer patients: a systematic review and meta-analysis, Complement Ther Med, Februar 2014, 22(1), 173-86)

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