Archiv der Kategorie: Heilpraktiker

Zur Wiesnzeit

In München herrscht die nächsten guten 2 Wochen ein besonderer, nichtdestotrotz sich alljährlich wiederholender Ausnahmezustand- das Oktoberfest hinterlässt seine Spuren. Auch bei vielen Patienten, die die eine oder andere Mass pflichtgemäß oder vergnügungssüchtig konsumieren. Für uns immer wieder Gelegenheit, die gesundheitlichen Wirkung von Alkohol, hier: Bier deutlich zu machen.
Grundsätzlich hat jede Form von Alkohol eine erhitzende Wirkung. Sie merken das am “Nachdurst”, der mitunter zunehmenden Redseligkeit, vielleicht auch am Hunger, Sodbrennen.  Zudem verstärkt Alkohol die Feuchtigkeit im energetischen System- mit der Folge eines benebelten Geistes und einem dicken Kopf, auch von Übelkeit , Durchfall und Erbrechen. Bis hin zur völligen Geistes- Verstandes- und Bewusstlosigkeit.

Bier hat gegenüber anderen alkoholischen Getränken einen kleinen Vorteil, was die energetischen Wirkungen betrifft- die bekannterweise wie immer Vor-und Nachteile haben: Durch den Anteil an Hopfen und dem etwas bitteren Geschmack kommt eine leicht kühlende und trocknende Wirkung dazu- ein nur relativer Ausgleich, mengenabhängig ….
Wenn Sie nun also die Wies’n genießen wollen: energetisch ungünstig ist der Bierkonsum für diejenigen unter Ihnen, die unter Feuchtigkeits-Problemen leiden. Häufig sind diese zu erkennen an einem dicken Zungenbelag und/oder einer gedunsenen Zunge. Vielleicht doch lieber Alkoholfreies oder Radler?
Um die Leber nach dieser belastenden Zeit zu entschlacken, kann ich Ihnen übrigens auch das “Frühlings-Entschlackungs-Tonikum für die Leber” empfehlen, für 10-14 Tage täglich einen Beutel. Sie bekommen diese “Kur” in der Schützen-Apotheke (www.schuetzenapotheke.com)

TCM: Interview-Auszug zu einigen grundsätzlichen Fragen

Frage zur Nutzen-Risiko- Abwägung und Effektivität der TCM:
Zunächst einmal belegt allein die Tatsache, dass die Methoden der Chinesischen Medizin seit nunmehr etwa 2200 Jahren das Wachstum der Bevölkerung auf immerhin 1,3 Milliarden Menschen nicht hat verhindern können, einen gewissen Nutzen, zumindest aber Unschädlichkeit. Aber auch unsere junge westliche Wissenschaft hat in den gerade durchgeführten Akupunkturstudien (GERAC und ART)- die weltweit grössten und allgemeinen Forschungskriterien entsprechenden Studien in diesem Bereich- nachgewiesen, dass Akupunktur besser oder zumindest genauso gut wirkt wie westliche Standardmethoden. Und das sogar bei – wie geschehen- denkbar unfachmännisch ausgeführter ‚Nadelung‘. Wie würden solche Studien erst ausfallen, wenn fundiert ausgebildete Therapeuten behandeln würden?

Was ist aus Ihrer Sicht das Wertvolle an der TCM?
Mit den Methoden der Chinesischen Medizin wie Akupunktur, Moxibustion, Arzneimitteltherapie, Massage, Qigong etc. können eine Vielzahl von Erkrankungen sehr wirkungsvoll behandelt werden. Die besondere Diagnostik (mit Puls- und Zungendiagnose) ermöglicht es viele Störungen von Körper, Geist und Seele miteinander in Verbindung zu bringen, für die die westliche Medizin keine Zusammenhänge kennt. Z.B. eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung mit dem Magen und vielleicht auch mit dem ‚die Nase voll haben‘ in dem Sinne, dass man ‚ nichts mehr schlucken kann‘. Ein weiterer grosser Vorteil der chinesischen Medizin ist es, dass im Vorfeld einer tatsächlichen Erkrankung und in der Prävention der Neuerkrankung behandelt werden kann. Eine umfassende Behandlung umfasst Ratschläge zur Ernährung, zur Lebensführung und Bewegungsübungen von Qigong bis Wandern.

Welche Vorteile sehen Sie in der Diagnostik der TCM?
Neben der Herstellung von Zusammenhängen bei Symptomen gleichermassen von Körper, Geist und Seele ist die Diagnostik sehr fein und in der Lage, Funktionsstörungen und Disharmonien schon lange vor einer tatsächlichen Erkrankung zu erkennen. Entscheidend für die korrekte Diagnose ist das Befinden des Kranken, nicht die Erhebung scheinbar ‚objektiver‘ Befunde wie beim westlichen Arzt. Wichtig ist, inwiefern der Mensch sich krank fühlt, nicht ob er eine Krankheit hat.

Was zeichnet die TCM in der Therapie aus?
In den Händen eines gut ausgebildeten Therapeuten (Heilpraktiker oder Arzt) sind Akupunktur und Arzneimitteltherapie neben Massage, Diätetik und Bewegungsübungen wirkungsvolle Methoden. Sie wird den jeweiligen Erfordernissen immer aktuell angepasst, es gibt keine ‚Standardtherapie‘. Jeder Patient erhält auf Grundlage der Diagnostik eine eigene, individuelle Rezeptur – entweder in der Kombination von Akupunkturpunkten oder von Heilkräutern oder Übungen.

Für viele gilt die chinesische ‚Kräutermedizin‘ als die Königsdisziplin in der TCM. Bei welchen Krankheitsbildern kann von einer hohen Wirksamkeit ausgegangen werden?
Eigentlich waren Kräutermedizin und Akupunktur in Asien immer zwei eigenständige Therapiemethoden. Erst im letzten Jahrhundert wurde in der VR China die Kräutermedizin bevorzugt – in Abgrenzung zur Akupunktur, die doch aus deren Sicht allzusehr mit ‚ esoterischem Ballast‘ behaftet war und weniger in das System passte. Dieses war anders ausserhalb der VR China.
Akupunktur und Kräutermedizin (besser: Arzneimitteltherapie, denn es kommen auch mineralische und tierische Heilmittel zur Anwendung)sind gleichermassen hoch wirksam. Tiefsitzende chronische Krankheiten wie Psoriasis und Colitis ulzerosa werden bevorzugt zumindest in der Kombination beider Methoden behandelt, wenn nicht mit Arzneimittelrezepturen alleine.

Viele Patienten schwören gerade auf Akupunktur. Welche Krankheiten können damit gut behandelt werden?
Seelische Disharmonien wie Depressionen und Angstzustände reagieren hervorragend auf Akupunkturtherapie, aber auch alle Funktionsstörungen auf der körperlichen Ebene.
Anwendungsbeispiele für die Akupunktur sind Schmerzzustände jeder Art von Kopfschmerzen und Migräne bis hin zur Ischialgie.

Kann die TCM auch bei akuten Krankheiten helfen? Wo liegen generell die Grenzen der TCM
Die Grenzen der Behandlung liegen in der Sorgfaltspflicht des Therapeuten: Wenn es Methoden in der westlichen Medizin gibt, die wirkungsvoller und nebenwirkungsarm sind, zudem noch tatsächlich ‚heilen‘ und nicht nur Symptome verdecken, so ist diesen sicherlich der Vorzug zu geben. Erkrankungen wie Herzinfarkt oder akute Baucherkrankunge, aber auch viele andere mehr – bedürfen sicherlich schulmedizinischer Intervention – wie auch generell parallel zur TCM-Behandlung eine Diagnostik nach der westlichen Medizin gefordert ist. Alleine um bedrohliche Krankheiten auszuschliessen.

Auch wenn mittlerweile die TCM in Deutschland ein hohes Ansehen bei vielen Patienten geniesst, so gibt es dennoch bei der Mehrzahl der Patienten Vorbehalte: zu exotisch, hohes Risiko bei chinesischen Arzneimitteln, wenig sanft (Akupunktur)… Wie kann man das Vertrauen der Patienten in die TCM verbessern?
Durch Wissen – die Chinesische Medizin ist ein erprobtes Heilsystem, das aber sehr komplex aufgebaut ist. Zu lernen ist es daher nicht so einfach und so schnell, aber wenn es beherrscht wird, so ist es eine grosse Bereicherung für Gesundbleiben und -werden. Aber in ihren Grundzügen ist das therapeutische Denken recht einfach und für jeden Patienten nachvollziehbar. Warum man z.B. keine Rohkost essen soll, wenn man eine ‚Frostbeule‘ ist: weil dann die ganze Kraft für die Verdauung gebraucht wird.
Ein grosser Vorteil ist auch, dass der Patient in der TCM Hinweise bekommt für sein Gesundbleiben. Viele therapeutische Strategien lassen sich problemlos langfristig in das tägliche Leben einbauen, und so braucht der ehemals Kranke nur noch sehr selten den aktiven Eingriff des Therapeuten.
Ob die Akupunktur generell zur Kategorie der ‚sanften Medizin‘ gehört, ist sicherlich zu bezweifeln. Aber zum einen gibt es Techniken des nahezu schmerzlosen Stechens, zum anderen lässt der Erfolg das kurze Pieksen schnell vergessen.

Bei blauen Flecken und anderen Begleiterscheinungen von Freizeitaktivitäten…

Die nun etwas wärmere Jahreszeit bringt es mit sich: es drängt uns nach draußen, zum Radfahren, Wandern, ausgedehnteren Spaziergängen oder gar mutigeren Unternehmungen wie Mountainbike oder Klettersteige…. Nicht selten kommt es dabei- gerade in der noch nicht so durchtrainierten Anfangsphase- zu schmerzhaften Blessuren an Haut, Muskeln, Sehnen oder Gelenken.
Was Sie vielleicht noch nicht wussten: Die TCM ist nicht nur für schwerwiegende, chronische Störungen angebracht, sondern verfügt über vielerlei Tipps, Tricks und “Mittelchen” für den Hausgebrauch. So auch hier: Bei akuten (geschlossenen) Verletzungen mit begleitenden Blutergüssen hat sich eine Tinktur aus der TCM bewährt, die von Dr.Zippelius® hergestellt und vertrieben wird: Die Nr. 1 ist für die Anfangsphase, also meist die ersten 1-3 Tage, die Nr. 5 für die darauf folgende Heilungsphase.

Diese Rezepturen beruhen auf einer chinesisch-mongolischen Familientradition, die von einer Ärztefamilie in Chengdu gepflegt wird- ich selber konnte dort auch vor über 20 Jahren in einer Knochenklinik nahezu wunderbare Heilungen sogar von Frakturen ausschließlich mit Kräuterauflagen und gezielter Massage erleben.
In unseren Praxen verwenden wir auch die Original Kräutermischungen aus der Knochenklinik als Okklusivverband z.B. bei Knieschmerzen oder Ellenbogenbeschwerden. Oder das Blaue-Flecken-Spray (n.Noll) aus der Schützen-Apotheke. Optimal ist allerdings immer die Kombination dieser Kräutermischungen mit den Tuina-Spezialmassagen…

Bei Verspannungen lohnt es sich übrigens, 2 Schröpfgläser (Durchmesser 3-5 cm) mit Gummiball zu kaufen (Apotheke, Internet) – mit einem Öl können dann die schmerzhaften Regionen angenehm durchmassiert werden.

Video-Skype-Sprechstunde für Kräuter-Patienten

Gerade für die Sommer- und Urlaubszeit wichtig: wir bieten die Möglichkeit einer Video-Sprechstunde über Skype an. Die Kräuterrezepturen müssen alle 2-4 Wochen an Ihre aktuelle energetische Situation angepasst werden. Nur so erreichen wir mit der ganz speziellen Kombination eine optimale Wirkung für den Heilungsprozess. Gerade für das “Update”, also die Aktualisierung einer Kräuterrezeptur ist häufig das Online-Gespräch und die Zungendiagnose ausreichend – Sie sparen sich die lange Fahrt und müssen dann vielleicht nur jedes 2. Mal persönlich (Pulsdiagnose) in die Praxis kommen.

Sie brauchen dafür
– einen PC oder auch eine Handy mit einer Kamera
– eine normale, gute Internetverbindung
– das Programm ‚Skype‘ (www.skype.de) mit einem Account/Namen
– und einen Termin bei mir. Mein Skype-Name ist ‚nollandreas‘

Die Schilddrüse – ein ganz besondere Steuerzentrum

Seit Jahrzehnten werden Entzündungen, Veränderungen oder Funktionsstörungen der Schilddrüse mit Medikamenten wie L-Thyroxin behandelt. Meist Frauen, Millionen schlucken in Deutschland täglich diese hochwirksamen Hormone. Die langfristig auch erhebliche Nebenwirkungen haben, vor allem aber in ein hochsensibles, fein ausgesteuertes Netzwerk von Hormonen eingreifen.
Nun wurde im unabhängigen “arznei-telegramm” von einer fundierten Studie berichtet: Hintergrund ist, dass bei vielen Menschen einzig und allein auf Grundlage eines erhöhten TSH-Wertes (ein Steuer-Hormon für die Schilddrüse) davon ausgegangen wird, dass Schilddrüsen-Hormone eingenommen werden müssen. Eine Studie mit älteren Patienten ergab nun, dass durch die L-Thyroxin-Einnahme weder ein Einfluss auf Müdigkeit, Lebensqualität und auch Sterblichkeit war definitiv nicht zu beobachten. Die Ergebnisse sprachen eindeutig dagegen, lediglich aufgrund des TSH-Wertes die Schilddrüsen-Hormone eingenommen werden müssen. Auch schulmedizinisch müssen in jedem Fall noch andere Laborwerte hinzugezogen werden – behandeln lassen sich Schilddrüsenunter- und überfunktion übrigens dann sehr gut mit den Methoden der TCM, mit chinesischen Kräutern und Akupunktur. Mehr darüber in meinem kleinen Ratgeber-Büchlein, das ich gerade zusammen mit V.Haslauer geschrieben habe: https://www.naturmed.de/tcmakupunktur/patientenratgeber/einfuehrungsliteratur/27173/hashimoto-ratgeber-traditionelle-chinesische-medizin

Klinische Wirksamkeit von Akupunktur bei Heuschnupfen wissenschaftlich bestätigt

In der Ausgabe der Annals of Internal Medicine vom 19.2.2013 wurden die Ergebnisse der ACUSAR-Studie (Acupuncture in Seasonal Allergic Rhinitis) publiziert. Diese Studie, die 2008 -2011 multizentrisch in Deutschland durchgeführt wurde, bestätigt wissenschaftlich, dass Akupunktur bei Heuschnupfen klinisch signifikante Effekte zeigt – auch im Vergleich zu einer sogenannten Schein-Akupunktur (sham).
In dieser Studie wurden insgesamt 422 randomisierte Patienten mit Gräser- und Birkenpollen-Allergie behandelt: 212 Patienten erhielten Verum-Akupunktur, 102 Patienten Sham (Schein)-Akupunktur und 108 Patienten mit Bedarfsmedikation waren in einer Wartegruppe als Kontrolle. Diese wurden nach 8 Wochen ebenfalls zusätzlich mit Akupunktur behandelt.

Nach 12 Akupunkturbehandlungen innerhalb von 8 Wochen waren die Beschwerden der Patienten in der Akupunktur-Gruppe nicht nur im Vergleich zur Kontrollgruppe, sondern auch im Vergleich zur Scheinakupunktur-Gruppe signifkant geringer. Akupunktur führte zu einer deutlichen und signifikant besseren Lebensqualität und geringerem Bedarf an Antihistaminika.

Diese Ergebnisse deuten auf spezifische Effekte der Akupunktur bei Allergie hin. Dies wurde auch in einer anderen, kürzlich publizierten Studie bei Patienten mit ganzjähriger Rhinitis bestätigt (Choi SM et al. Allergy 2012). Damit scheint die wissenschaftliche Nachweislage (bisher positiv für Schmerztherapien, Übelkeit und einige gynäkologische Krankheiten) auch für die Allergiebehandlung mit Akupunktur gegeben.

Quelle: http://annals.org/article.aspx?articleid=1583578

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte auch der Pressemitteilung
der Charite:
http://epidemiologie.charite.de/aktuelles/aktuelle_meldungen/artikel/detail/akupunktur_lindert_beschwerden_bei_heuschnupfen/

Qi Gong-Kurse in München ab 26.4.2017

Die sanften Bewegungen des Qigong unterstützen den freien Fluss der Lebensenergie (Qi) und damit die Gesundheit. Sie fördern die Entspannung und schenken neue Vitalität.

Qi Gong Kurse in München

Ort: Werkhaus (Mediraum, 1. Stock), Leonrodstr. 19, 80634 München
Zeit: 12 x Mittwoch, 26.04. – 19.07.2017 (Ferien am 7.6.17)

Kurs I : 17:45 – 19:00 Uhr
Dieser Kurs bietet einen Einstieg in das Qigong. Neben der Grundhaltung und einfachen Einzelübungen werden die “Acht Brokate” erlernt. Für Anfänger und Übende mit Vorkenntnissen.

Kurs II: 20:00 – 21:15 Uhr
Dieser Kurs ist für Übende gedacht, die schon Vorkenntnisse im Qigong haben. Bekannte Übungsformen werden wiederholt und vertieft, überdies vervollständigen wir die Yijinjing-Übungen.
Euro 130,- je Kurs (Bezuschussung durch gesetzliche Krankenkassen)

Dr. Martina Darga,  Sinologin und zertifizierte Kursleiterin Qigong, hat sich auf den Daoismus spezialisiert und ist als Dozentin für die SMS, Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin, und die Medizinische Gesellschaft für Qigong Yangsheng tätig.

Informationen/Anmeldung unter 089-123 74 54 oder mdarga@web.de www.martina-darga.de

Kräuter-Granulate

Information und Stellungnahme des Centrums für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA) zu Liefereinschränkungen bei chinesischen Granulaten in Deutschland
Stand. 22.02.1017

In letzter Zeit mussten verschiedene Apotheken, insbesondere in Bayern, den Vertrieb chinesischer Granulate einstellen. Hintergrund sind neue Anforderungen der Pharmazieräte an den Vertrieb von Granulaten, die in den verschiedenen Bundesländern jedoch unterschiedlich gehandhabt werden. Bei wortgetreuer Umsetzung der Anforderungen sind die Hürden so beschaffen, dass sich die betroffenen Apotheken nicht mehr in der Lage sehen, diese unter realistischen Bedingungen zu nehmen und den Vertrieb einstellen. Besonders die laut Apothekenbetriebsordnung von den Apotheken vorzunehmende Identitätsfeststellung eingesetzter Rezepturbestandteile spielt eine tragende Rolle.
In § 11 der Verordnung heisst es: “Werden Ausgangsstoffe bezogen, deren Qualität durch ein Prüfzertifikat nach § 6 Abs. 3 nachgewiesen ist, ist in der Apotheke mindestens die Identität festzustellen.”
Die Apotheken sind danach gehalten, zusätzlich zur Identitätsfeststellung und anderen Qualitätsprüfungen durch externe Institute selbst die Identität in der Apotheke noch einmal zu bestätigen. Während es für Rohdrogen häufig machbar ist, dieses mittels Sicht-, Geschmacks- und mikroskopischer Prüfung zumindest mit dem Ziel Ausschluss von Verwechslungen durchzuführen, ist das bei Granulaten nicht so einfach möglich. Bisher wurde von vielen Apotheken das Nahinfrarotspektroskopie-Verfahren eingesetzt. Dieses liefert jedoch nach Auskunft von Fachleuten keine zuverlässigen Ergebnisse. Auf einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte in Deutschland wurde dieses unterstrichen und eine Reihe von weiter reichenden Anforderungen an Granulate formuliert. Danach sollen für Granulate u.a. das Herstellungsverfahren, das Droge-Extrakt-Verhältnis, Hilfsstoffe und Zusätze, die Art der Granulatherstellung, ob Lochscheiben-, Wirbelschicht- oder Sprühgranulierung angewandt wurde, und Gehaltsbestimmungen angegeben werden.
Als Organisation primär von Therapeuten können wir zu rein pharmazeutischen Fragestellungen wie geeigneten Verfahren zur Identitätsfeststellung nicht kompetent Stellung nehmen. Dennoch möchten wir allgemein gehaltene Feststellungen dazu treffen.
Nach den gültigen Vorschriften müssen Granulate vom Importeuer bzw. beauftragten EU-anerkannten Instituten auf Identität sowie Unbedenklichkeit hinsichtlich mikrobiologischer Belastung, Kontaminationen durch Schwermetelle, Pestizide, ggfs. auch Aflatoxine geprüft werden. Die Apotheke hat dieses durch Vorhalten entsprechender Zertifikate nachzuweisen. Wenn von der Apotheke ein weiterer Nachweis der Identität gefordert wird, kann es nur um den Ausschluss von Verwechslungen durch Falschetikettierung gehen. Diese Fehlermöglichkeit ist durch automatisierte Herstellungs- und Kontrollprozesse und die Identitätsprüfung seitens des Importeurs relativ unwahrscheinlich. Um ein Restrisiko zu beherrschen, sollte sich das Verfahren in der Apotheke dem Ziel unterordnen, den Ausschluss von Verwechslungen sicherzustellen. Im CTCA haben wir keine Meldungen oder Kenntnis von Vorfällen erhalten, wo durch falsche Identitätsbestimmungen chinesischer Arzneidrogen in der Apotheke Personen geschädigt worden wären. Auch bei korrekter Identität sind allerdings Fehler bei der Zusammenstellung von Rezepturen möglich, denen durch andere Vorkehrungen zu begegnen ist.
Weitergehende Anforderungen, wie sie die Pharmazieräte formuliert haben, halten wir teilweise für sinnvoll, andere für überstrapaziert. Qualitätsanforderungen sollten der Sicherheit dienen, aber den Zugang der europäischen Bürger zu Heilmitteln, die ihrer Gesundheit dienen, nicht unangemessen behindern. In der Art der Granulatherstellung, ob durch Lochscheiben-, Wirbelschicht- oder Sprühgranulierung, können wir keine sicherheitsrelevanten Aspekte oder sonstige zwingend notwendige Erfordernisse erkennen. Wir wären sehr überrascht, wenn dafür eine Evidenz demonstriert werden könnte.
Gehaltsbestimmungen sind aus unserer Sicht für den therapeutischen Zweck wenig hilfreich, da die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe häufig nicht bekannt sind, was auch für zugelassene und unumstrittene Phytotherapeutika wie z.B. Johanniskraut gilt. Nach geltender Auffassung ist der gesamte Extrakt mit allen darin enthaltenen Bestandteilen als Wirkstoff anzusehen. Die Inhaltsstoffe chinesischer Arzneidrogen sind gut erforscht und in Zehntausenden von Publikationen dokumentiert. Sie weisen natürlicherweise je nach Anbaubedingungen eine Schwankungsbreite auf, mit der sie auch traditionell angewendet wurden. Meist haben sie eine grosse therapeutische Breite. Anders verhält es sich bei Arzneidrogen mit toxischen Potenzial. Hier sind Gehaltsbestimmungen der toxischen Inhaltstoffe in bestimmten Fällen erforderlich, aber unseres Wissens auch üblich, so z.B. der Diester-Diterpenakaloide bei den Aconitum-Drogen.
Überstrapazierte Qualitätsanforderungen an Granulate dienen nicht der Sicherheit, sondern bewirken letztlich das Gegenteil. Anfragen an das CTCA zeugen davon, dass sich schon jetzt manche Therapeuten nach Bezugsalternativen aus dem Ausland umsehen aus EU-Ländern, die weniger strenge Arzneimittelauflagen haben und weitgehend auf Kontrollen verzichten, oder gar aus Drittländern über das Internet. Wir warnen seit Jahren vor dem Bezug aus diesen oft preisgünstigen Quellen und versuchen darüber aufzuklären, dass dieser durch Qualitätsrisiken erkauft wird. Eine Einschränkung oder gar ein faktisches Verbot der Bezugsmöglichkeiten für Granulate in Deutschland würde das gemeinsame Anliegen einer Arzneimittelsicherheit ernsthaft gefährden.

Müdigkeit-Akupunktur und TCM

Die häufigsten Ursachen für chronische Müdigkeit sind Stress, Überarbeitung, Schlaflosigkeit, Depression und verschiedene Störungen in den grossen Funktionssystemen des Körpers (Hormon-, Herz-Kreislauf, Verdauung, etc.). Was der westlichen Medizin entschieden fehlt, sind sichere und effektive Behandlungsmöglichkeiten – von nebenwirkungsreichen Antidepressiva oder aufputschenden Nahrungs- und Arzneimitteln abgesehen. Recht selten kommt es vor, dass dem Patienten eine Beratung zu Ernährung, Bewegung und Schlaf angeboten wird. Dabei gibt es viele hervorragende alternative Behandlungsmöglichkeiten wie Akupunktur, Kräuter, Ernährung und Bewegungsstrategien.

Akupunktur

Die Mehrheit der Patienten, die von Müdigkeit geplagt sind, leiden unter einem Mangel an Lebensenergie (Qi). Qi ist die Energie, die jede physiologische und neurologische Funktion gewährleistet. Abgesehen von Müdigkeit sind andere Zeichen von Qi-Mangel Durchfall, Blässe, leichte Blutergüsse, übermässiges Schlafbedürfnis (mehr als 9 Stunden pro Nacht), spärliche und/oder seltene Menstruationsblutung oder Amenorrhoe, häufiges Wasserlassen, geringe Libido und Kurzatmigkeit. Moxibustion, eine lokale Wärmetherapie, wird häufig als eine effektive Ergänzung zu den Akupunkturnadeln verwendet. Dies bedeutet, glimmenden Beifuss über der Haut (Abstand!!!!!) zu verbrennen. Ich empfehle wöchentliche Akupunktur und Moxa-Behandlungen in einem Zeitraum von etwa 4-6 Wochen, dann sollte sich schon etwas getan haben.

Kräuter

Qi-Mangel betrifft vor allem 4 verschiedene Organe aus TCM-Sicht: die Milz, Niere, Herz und Lunge. Hier finden Sie die Symptome und pflanzliche Beispiel-Rezepturen für jedes Muster – aber besorgen Sie sich jetzt nicht die Rezepturen aus dem Internet! In der Regel ist eine genaue Diagnose nötig, und dann werden die Standard-Rezepturen auf Sie persönlich ‚zugeschnitten‘. Chinesische Kräuter sind sehr wirksam….:
Milz-Schwäche: Durchfall, weicher Stuhl, Blähungen, Blutergüsse, Müdigkeit, Prolaps, leiernde Sprache; Rezeptur: Bu Zhong Yi Qi Tang
Nieren-Schwäche: Schmerzen im unteren Rücken, geringe Libido, Müdigkeit, innere Kälte, häufiges Wasserlassen; Rezeptur: Jin Gui Shen Qi Wan
Herz-Schwäche: unruhiger Schlaf, Angst, Müdigkeit, Herzklopfen, Kurzatmigkeit; Rezeptur: Gui Pi Tang
Lungen-Schwäche: chronischer Husten, Immunschwäche, Allergien, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Asthma; Rezeptur: Bu fei tang

Übungen

 

Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern, Yoga, Tai Chi oder Qi Gong.
Herauszufinden, wo das Energie-Leck ist….
Berufliche Situation, Beziehung, Familie, lange Erkrankungen oder Verausgabungen?

Knochen und Gelenke: erste und weitere Hilfen aus der Chinesischen Medizin

Glatteis, der Skiurlaub, ungewohnter oder exzessiver Sport – unsere Knochen und Gelenke sind vor unliebsamen Überraschungen nicht sicher. Selbst kleinere Verletzungen brauchen längere Zeit der Schonung und dann langsam steigender Belastung. Ein Geduldsspiel nicht nur für die vielen ‚Getriebenen‘ in unserer modernen Welt. Bewegung ist wichtig und ihr Mangel spielt für nahezu alle Krankheiten in irgendeiner Weise eine Rolle. Daher bekommen bei uns auch die meisten PatientInnen als ‚Hausaufgabe‘ von uns Hinweise für die aus unserer Sicht gerade für SIE richtige Art der Bewegung- von Qigong über Krafttraining bis Joggen. Neben der Ernährungsweise ist die richtige körperliche Betätigung das Entscheidende, was Sie selber für Ihre Gesundheit auch langfristig tun können.
Verletzungen und Verschleisserscheinungen können in der chinesischen Medizin gerade mit äusserlichen Anwendungen und Spezialmassagen gut behandelt werden. Aus Sicht der TCM handelt es sich bei Verletzungen akut um eine Stagnation von Blut, die ihrerseits den Energiefluss blockiert. Überlastungs- und Verschleisserscheinungen sind hingegen Anzeichen einer (lokalen) Schwäche und Blockade von Qi, die zu weiteren Schädigungen, wie z.B. dem Eindringen von Kälte und Feuchtigkeit führen.
Ich selber lernte Anfang der 90er Jahre längere Zeit als erster westlicher Student in einer Knochenklinik in Chengdu bei Dr. He Tianqi. In diesem Krankenhaus wurden alle Knochen- und Gelenksprobleme von Brüchen über z.B. Tennisellenbogen bis hin zur Arthrose mit Spezialmassagen und auch speziellen, aus einer mongolischen Familientradition überlieferten Kräutermischungen behandelt. Kurze Zeit später studierte in Chengdu ein ehemaliger Student von mir, Dr. Zippelius, bei einem Bruder von Dr. He, der sich auf Sportverletzungen spezialisiert hatte. Karl Zippelius ist es zu verdanken, dass diese Mischungen – auf unsere westlichen Bedingungen wie z.B. Hautverträglichkeit angepasst- in verschiedenen Formen verfügbar sind. Sie finden dazu weitere Informationen unter www.drzippelius.eu, u.a. einen Webshop. Aber auch über die Zieten- oder Schützenapotheke bekommen Sie diese Produkte. In jede Hausapotheke gehört eigentlich die ‚Nr. 1‘- hervorragend bei ganz akuten Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen, Zerrrungen usw..
In meinen Praxen verwenden wir auch die Original-Kräutermischungen aus der Knochenklinik als Okklusivverband z.B. bei Knieschmerzen oder Ellenbogenbeschwerden. Optimal ist allerdings immer die Kombination dieser Kräutermischungen mit den Tuina-Spezialmassagen…