Archiv der Kategorie: Heilpraktiker

Zusammenfassungen zur TCM

Gespräch/Anamnese:

Viel Zeit ist nötig für die Diagnostik. Gespräch, Puls- und Zungendiagnose im Rahmen des ersten Termins sind auch für einen sehr erfahrenen Therapeuten in weniger als 45 Minuten kaum zu bewerkstelligen.
Eine einmal gestellte Diagnose kann sich im Verlauf der Behandlung ändern, wenn z.B. die Heilung voranschreitet oder andere Störungen in den Vordergrund rücken. Daher muss die Diagnose immer wieder in den Folgesitzungen bestätigt oder neu gestellt werden. Vor jeder Behandlung wird gegebenenfalls auch erneut Puls und Zunge untersucht.
Jeder Mensch reagiert anders – Prognosen für den Heilungserfolg sind mit grosser Vorsicht zu betrachten.

Pulsdiagnose:

Die Pulsdiagnose ist die wichtigste diagnostische Methode, die in jeder Behandlung im Rahmen der TCM ihren Platz finden sollte. Auch wenn es letztlich grosser Erfahrung und langjähriger Übung bedarf, diese Methode umfassend anzuwenden: Jeder TCM-Therapeut benutzt sie, wenn er sein Handwerk gewissenhaft ausübt. In anderen Bereichen asiatischer Heilkunde, wie in der japanischen oder koreanischen Akupunktur, auch in der Ohrakupunktur hat sie hingegen einen sehr viel geringeren Stellenwert.

Zungendiagnose:

Die Zungendiagnostik ist im Vergleich zu anderen Diagnosemethoden leicht nachzuvollziehen. Gerade die Beobachtung des Zungenbelages kann Ihnen wichtige Hinweise z.B. über anstehende Änderungen in der Ernährung, über den Behandlungserfolg oder über den Verlauf eines Infektes geben!

Tuina-Massage:

Die Anwendungsmöglichkeiten der Tuina-Massage erstrecken sich über nahezu alle Fachgebiete der Medizin. Vor allem aber ist Tuina angebracht bei Schmerzen des Bewegungsapparats, nach Operationen und Verletzungen, aber auch bei Schleim-Ansammlungen, wie z.B. Gesichts-Tuina bei Sinusitis.
Bei Kindern, die äusserst sensibel auf kleinste Reize reagieren, kann Tuina schnell und sanft bei sehr vielen Krankheiten helfen, von Einnässen bis zu ADHS.

Akupunktur:

Bewährte Indikationen für die Akupunktur sind Schlaflosigkeit, Stresskrankheiten, Energielosigkeit, akute und chronische Schmerzzustände, hormonelle Störungen, funktionelle Erkrankungen, chronische Rhinitis, Allergien, Heuschnupfen, Autoimmunkrankheiten, Unfruchtbarkeit, Alterserscheinungen, Kindererkrankungen, Verdauungsstörungen, Tinnitus, Migräne und Atemwegserkrankungen.

Moxibustion:

Die Moxibustion ist hilfreich bei Durchblutungsstörungen, Schwächezuständen, Infektanfälligkeit und Alterskrankheiten, aber auch bei Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen und Zysten. Immer sollte jedoch die Wärme als angenehm empfunden werden!

Schröpfen:

Sehr vielfältig sind die Anwendungsbereiche des Schröpfens. So ist z.B. im oberen Rücken die Schröpfbehandlung sehr wirksam bei Atemwegserkrankungen. Oder bei Lendenschmerzen in der Gegend unter dem Beckenkamm. Bei Völlegefühl im Oberbauch kann man unter dem Rippenbogen Schröpfgläser setzen. Es gibt viele Möglichkeiten…

Schröpfmassage:

Die Schröpfmassage dient der Lockerung des Bindegewebes und dem Bewegen des Qi in den Leitbahnen. Darüber hinaus hat aber gerade die Schröpfmassage des Rückens eine belebende und das Qi regulierende Wirkung. Schröpfen/Schröpfmassage ist in fast allen Kulturkreisen ein altes und beliebtes Hausmittel!

Guasha:

Die Schabemethode Guasha hat sich bei hartnäckigen, chronischen Beschwerden gut bewährt. Nicht nur bei Verspannungen ist sie angebracht, sondern auch bei Erkrankungen der inneren Organe, die im Lauf der Zeit ihre Spuren im verhärteten Bindegewebe hinterlassen. Die Hautveränderungen verschwinden bald- die Heilwirkung bleibt!

Die Sicht der TCM bei Migräne

Kernbegriffe der TCM sind die Lebensenergie Qi und die beiden Polaritäten Yin und Yang. Bei Migräne kommt es grundsätzlich zu einem flattrigen, überschiessenden Strohfeuer-Qi, das ist der ‚Wind‘. Das Yin, in diesem Fall das Leber-Blut, kann das Yang nicht am Boden halten, daher steigt es ungehemmt auf. Daher tun bei Migräne im und nach dem Anfall die Ruhe und die Dunkelheit gut – sie nähren das Yin.
Spannung und Ent-Spannung
Charakteristisch bei Migräne ist das Auftreten bei Ent-Spannung, also nach Belastungs- und Anspannungssituationen, wie z.B. nach den Arbeitstagen am Wochenende oder nach Eintreten der Monatsblutung. Bei Spannungskopfschmerzen verbleibt der Organismus unter Dauerspannung, bei Migräne fällt diese Spannung abrupt zusammen. Das Energiesystem kommt so nicht in ein ausgeglichenes Niveau. Das liegt aus TCM-Sicht an einem fehlenden Gleichgewicht der Wandlungsphasen/Elemente Holz und Metall. Mit dem Holz ist die Leber assoziiert, die das Gleichgewicht zwischen An- und Entspannung reguliert. Sie braucht für diese Funktion eine gewisse Spannungsbereitschaft, aber auch ausreichendes Potenzial, um diese Kraft zu speisen.
Eine ganz eigene Sicht des Blutes in der TCM
‚Blut ist ein ganz besonderer Saft‘ so sagt es schon Mephisto bei Goethe. Auch wir verbinden heutzutage noch das Blut mit anderen Vorstellungen als lediglich einem Träger von Nähr- Botenstoffen und Sauerstoff/Kohlendioxid. Wir sprechen vom ‚Herzblut‘, wenn uns etwas besonders am Herzen liegt. Im Katholizismus wird Wein zum Blut Christi. Es gibt Blutsverwandte und Blutsbrüder. Das Blut galt schon bei den alten Griechen als Sitz der Seele. So auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin, denn danach ‚wohnt‘ in der Leber die Persönlichkeitsseele Hun. Nachts soll diese Seele übrigens traumlos schlafen (in der Leber!), um sich tagsüber in einem klaren, wachen Bewusstsein bemerkbar zu machen.
Blut wird in der Leber und in den Muskeln gespeichert – das sind tatsächlich die blutreichsten Gewebe im Körper! Die Leber ist dann die zentrale Verteilungsinstanz, sie ‚lebt‘ dabei von Anspannung und Entspannung. Wenn irgendein von ihr versorgter Körperbereich unter Dauer-Anspannung steht, ist die Blutversorgung gefährdet. Das Gewebe wird ‚blutleer‘ – aber nicht, weil insgesamt zu wenig Blut da ist. Das kann zwar auch vorkommen z.B. bei sehr starken Menstruationsblutungen oder auch bei Fehlernährung, wenn zu wenig Eisen und Vit. B12 aufgenommen werden. Das wäre dann ein absoluter Blut-Mangel, der mit einer Blutuntersuchung (Hämoglobin, Eisen, Ferritin) nachgewiesen werden kann. Der relative (leberbedingte) Blutmangel ist aus TCM-Sicht relativ, er ist verursacht durch jahre-jahrzehntelange Dauerspannung und somit einer Minderversorgung von den Geweben, die besonders mit der Leber zu tun haben:

– Muskeln
– Haare
– Finger- und Fussnägel
– Augen

Bei Migräne kann aus Sicht der TCM häufig die Leber die Augen und Muskeln nicht ausreichend mit Blut versorgen, es kommt dann vor allem zu Wind-Symptomen. ‚Wind‘ ist ein Begriff in der TCM, der die Wahrnehmung nicht vorhandener Phänomene bezeichnet – also Kribbeln auf der Haut, Zuckungen, Lichtblitze, Fehler im Sehfeld, Drehschwindel, auch Ohrgeräusche und generell sich rasch verändernde, nicht fassbare Symptome. Die therapeutische Lösung: den Teufelskreis durchbrechen, indem die Leber gestützt und harmonisiert wird. Der Schlüssel hierfür in der Selbstbehandlung und somit der längerfristigen Prophylaxe ist es ein Gleichgewicht zu finden zwischen Anspannung und Entspannung.

Auf geht´s ins Jahr des Hundes!

Das Jahr des Feuer-Hahns geht zu Ende und Voraussagen für das Jahr 2017 sind durch die Realität weit übertroffen worden: Im Taumel von Selbstüberheblichkeit, Grössenwahn und Egomanie ist die Welt durch die Aktionen einzelner Machthaber unsicherer und unberechenbarer geworden! Das alles kann einen verzagen und Fluchtwege ins Individuelle suchen lassen. Doch mehr Gemeinschaftssinn kann helfen!
Wird das nächste Jahr im Zeichen des Erde-Hundes (Wu Xu 戊戌) Besserung bringen? Und wenn ja, für wen besonders? Erst am 16. Februar 2018 beginnt der Hund seine treue Gesinnung zu zeigen. Nach dem chinesischen Kalender ist das Jahr des Hundes eine Zeit, in der Tugenden wie Treue, Ehrlichkeit und Humor wieder eine grössere Rolle spielen. Die Gemeinschaft geht dem Hund über alles und er fühlt sich im Kreis seiner Angehörigen am wohlsten. Als gewissenhafter Arbeiter ist er ein vertrauenswürdiges Mitglied in jeder Gemeinschaft. Der Hund ist unparteiisch, vernünftig, nüchtern und ein konstruktiver Denker. Er ist still und gutherzig und niemals schadenfroh. Er sorgt sich um das Wohl der anderen!
Es ist die Wandlungsphase Erde, die 2018 die kosmische Antriebskraft für das Leben unter dem Himmel ist. Der Himmelsstamm Wu 戊 = Erde-Yang entspricht im Menschen dem Magen und der Erdenzweig Xu 戌 ist dem Herzbeutel Xin Bao Luo 心包絡 zugeordnet, dem Beamten, von dem Freude und Lust (Xi Le 喜樂) ausgehen, jene Freuden, die sowohl die Gemeinschaft erneuern als auch im Inneren das Herz erwärmen. Es ist die persönliche Nähe, die Vertrauen entstehen und die Gemeinschaft zusammenwachsen lässt!
Der Hund selbst, der das astrologische Tierkreiszeichen für 2018 darstellt, wird ebenfalls der Wandlungsphase Erde zugeordnet, so haben wir im nächsten Jahr eine zweifache Erde. Genügend Erde sorgt für ein stabiles Zentrum, aus dem sich das Leben gut entwickeln kann, Fremdes kann gut assimiliert und einverleibt werden. Zuviel Erde kann aber auch Entwicklungstendenzen hemmen und ein Phlegma erzeugen. Zäher Schleim entsteht dann, der das Leben trübt und den Qi-Fluss behindert und Drumseligkeit breitet sich aus!

Wie geht es den einzelnen Tierkreiszeichen im Erde-Hund-Jahr?
Für die Ratte ist 2018 ein gutes Jahr. Es wird kaum Schicksalsschläge geben, das Handwerk gedeiht. Nur um Liebesbeziehungen steht es nicht sehr gut.
Im Jahr des Hundes ist der Büffel das entgegengesetzte Zeichen. Trotzdem schiebt der Büffel alle Hindernisse weg und ist zu neuen Aktivitäten fähig. Hier treffen sich dreimal Erde, Stagnation ist möglich!
Dem Tiger bietet das Jahr des Hundes vorzügliche Aussichten! Auslandsreisen, sportliche Betätigung und gesellschaftliche Begegnungen sind nun sehr günstig. Nur im Privatleben gibt es einiges zu klären!
Für den Hasen ist das Jahr 2018 nicht von grosser Tragweite. Immerhin ist es ein stabiles Jahr, in dem wichtige Entscheidungen nicht anliegen.
Wenn der Drache unter dem Einfluss des Hundes gerät, entsteht eine gefährliche Zeit für den Drachen. In der Familie kann es zu Zerwürfnissen kommen, im Beruf steht es jedoch gut. Reisen sind angezeigt!
Für die im Jahr der Schlange Geborenen entstehen eher negative Verhältnisse. Aber wenn Yin (die Schlange) und Yang (der Hund) sich harmonisch begegnen, kann etwas Gutes daraus entstehen und Katastrophen verhindert werden!
Im Jahr 2018 winken dem Pferd Abenteuer und ein Jahr voller schöner Erlebnisse liegt vor ihm! Der Hund ist dem Pferd ein getreuer Begleiter und Helfer in allen Lebenslagen. Sein positiver Einfluss auf das Pferd wird nur vom Tiger erreicht!
Dem Schaf ist das Jahr des Hundes nicht wohlgesinnt. Rivalitäten können zu nervigen Konfrontationen fuhren. Da das Schaf keine Kämpfernatur ist, überlässt es das Feld anderen. Freude wird es eher im Privatleben geben.
Für den Affen hat dieses Jahr viele Überraschungen bereit. Rege wie immer verwirklicht der Affe ungewöhnliche Pläne, selbst wenn er auf Widerstand stösst.
Der Hahn muss 2108 als Herausforderung betrachten. Vieles, was er im Vorjahr angefangen hat, steht nun unter einem schlechten Stern. Risiken sollten vermieden werden. Der Hahn sollte sich im Jahr des Hundes streng an die Gesetze halten, denn es treten viele juristische Schwierigkeiten für ihn auf.
Im eigenen Jahr hat der Hund gute Aussichten. Vielleicht nimmt er einen Wohnungswechsel vor oder er plant andere Veränderungen – Das Jahr 2018 bietet für ihn die besten Voraussetzungen dafür. Im gesellschaftliches Leben und im Beruf gibt es viele günstige Entwicklungen für den Hund!
Dem Schwein bietet das Jahr 2018 ein Vorgeschmack für sein eigenes Jahr, das 2019 folgt. Es können jetzt schön grössere Pläne vorbereitet werden, und gegen Ende des Erde-Hund-Jahres zeichnen sich für das Schwein einschneidende positive Ereignisse ab!

(Dieser Text wurde uns dankenswerterweise von Udo Lorenzen, einem jahrzehntelangen Freund und Co-Autor der Wandlungsphasen-Bücher, zur Verfügung gestellt!)

Auf den Punkt gebracht: Wenn zuviel Wind im Kopf ist – Feng Chi

Wenn Sie zuviel im Kopf haben, seinen es nun Gedanken, Sorgen, Geräusche wie beim Ohrensausen oder sich benebelt und schwindelig führen, so hat das aus Sicht der alten chinesischen Ärzte etwas mit “Wind” zu tun. So wie der Wind in der Natur draussen, so werden alle unvorhergesehen, plötzlichen und wandernden Beschwerden damit charakterisiert. Über die Wind-Punkte kann diese krankmachende Energie ausgeleitet und/oder beruhigt werden. Das können dann auch Akupunkturpunkte am Rücken (z.B. bei Asthma) oder am Oberschenkel sein (bei unruhigen Beinen und Krämpfen). Der Punkt Fengshi, Gb 20, liegt am Hinterkopf: unmittelbar hinter dem Ohrläppchen ist ein Knochenfortsatz zu ertasten (Mastoid), und wenn Sie noch weiter Richtung Nacken fühlen, dann kommen Sie an eine deutliche Vertiefung- das ist der “Teich des Windes”. Drücken Sie ihn kräftig kreisend mit Daumen oder Zeigefinger in Richtung Kopf-Mittelpunkt.

Der Punkt Feng Chi wird bei uns in der Praxis häufig in die Punktkombinationen eingebracht, z.B. zusammen mit
– Gallenblase 34 bei Verkrampfungen
– Dickdarm 4 bei verstopfter Nase
– Gallenblase 41 bei tränenden Augen

Die genauere Lokalisation der Punkte können wir Ihnen gerne in der Sprechstunde zeigen- zur Selbstbehandlung können Sie diese ‚Energie-Höhlen‘ in akuten Situationen ruhig mehrmals täglich kreisend massieren.

Steigerung der Fruchtbarkeit bei Kinderwunsch durch TCM – Fragen und Antworten

Unerfüllter Kinderwunsch – in wieweit kann man die Ursachen warum es bisher nicht geklappt hat durch TCM erkennen?

In der Chinesischen Medizin wird die Diagnose nicht nur durch die Erhebung von Befunden wie gewohnt, sondern durch eine ausführliche Erfassung der Befindlichkeiten sowie Puls- und Zungendiagnose erhoben. Dabei spielen vielleicht Störungen eine Rolle, die aus der Sicht der westlichen Schulmedizin irrelevant sind. Magen-Darmprobleme beispielsweise können etwas mit der verminderten Fruchtbarkeit zu tun haben, wenn dort chronische Entzündungen/Reizungen zu ‚feuchter Hitze‘ führen, die im Unterleib verschiedene Störungen wie z.B. Verklebungen der Eileiter auslösen – so die TCM-Sicht. Es wird also der gesamte Patient einbezogen in die Überlegungen – und daraus ergibt sich die Behandlung. Klarheit bekommt der TCM-Therapeut dann nur über die Zungen- und vor allem die Pulsdiagnostik. An der Zunge können Sie vielleicht selber etwas erkennen – eine blasse Zunge bedeutet Leere/Schwäche, etwaige Rötungen und Blaufärbungen Hitze und Stagnationen. Wenn der Zungenbelag im hinteren Bereich der Zunge ausgeprägt und gelblich ist, dann ist dies ein Anzeichen für entzündliche Prozesse im Unterleib. Aber der Puls gehört auch dazu – das können Sie nicht selber machen: der Puls am Handgelenk wird intensiv gefühlt, und daraus bekommt der Therapeut genaue Informationen über das ‚innere Klima‘, die Energetik der inneren Organe. Blockaden oder Erschöpfungen können so ganz detailliert festgestellt werden.

Ist es möglich das Spermiogramm zu verbessern?  Es wird in der TCM ja mit verschiedenen Methoden behandelt…

Die wichtigsten Methoden der chinesischen Medizin sind die Akupunktur – also das Stechen von Nadeln in ausgewählte spezielle Akupunkturpunkte-, die Moxibustion und die Einnahme von chinesischen Arzneimitteln, in der Regel von Kräutern als Abkochung, ‚Tee‘ oder z.B. als Granulat. Die Moxibustion ist eine erwärmende Methode, bei der mit glimmendem, speziell zubereitetem Beifusskraut einzelne Akupunkturpunkt oder auch Körperregionen mit Yang-Energie versorgt werden können. Dies ist auch die Haupt-Indikation für die Anwendung dieser Methode: Es muss Kälte und Schwäche vorliegen. Bei Frauen wird sie daher häufig in der 2. Zyklushälfte angewandt, oder auch generell bei einer niedrigen Basaltemperatur. Bei Männern finde ich viel häufiger Hitze-Symptome – da sind dann viel eher Akupunktur und Kräuter angebracht. Wenn man die Befunde des Spermiogramms auf die TCM-Diagnose überträgt, dann ist Akupunktur oder auch die Moxibustion bei einer geringeren Beweglichkeit der Spermien angebracht, weniger bei Mengen- und Qualitätsproblemen. Bei eingeschränkter Motilität können die Patienten dann selbst gezielt Akupunkturpunkte wie Milz 6 am Unterschenkel oder Magen 28 am Unterbauch moxen. Auch wenn z.B. durch den Nachweis von Bakterien eine latent entzündete Prostata vorliegt, können (neben Kräutern) Punkte zur Stärkung des Immunsystems wie Dickdarm 11/Dickdarm 4 (Hand/Ellenbogen) mit diesen Methoden behandelt werden. Die Einnahme von Kräutern hat sich vor allem bei Entzündungen wie der chronischen Prostatitis und Qualitätsproblemen bewährt, also wenn zu wenig oder schlechte Spermien da sind. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Behandlung über mindestens 3 Monate erfolgt – es dauert ja 70-90 Tage, bis alle Spermien erneuert sind.

Bei etwa 10% der Frauen im fruchtbaren Alter – so aktuelle Studien- kann man Symptome des PCO-Syndromes erkennen – wie sieht das die TCM?
Ein PCO-Syndrom hat auch aus Sicht der TCM vielerlei Facetten – es kommt auf die genauen, individuellen Symptome an. Die Zystenbildung ist ein Anzeichen von ‚Schleim‘ – daran ist in der TCM die Milz, bzw. das Verdauungs- und Stoffwechselsystem entscheidend beteiligt. Der ‚Eigenanteil‘ der Patientinnen in der Behandlung ist dann häufig der Verzicht auf schwer verdauliches Essen, wozu vor allem Fette, Rohkost und nicht selten auch Kuhmilch-Produkte gehören. Zur Stressreduktion – das führt aus TCM-Sicht zu Blockaden der Leber, zu Schmerzen und Verspannungen – dabei empfehle ich den Einbau von Bewegung in das tägliche Leben – von Yoga über Tanzen bis zum Ausdauersport.

Wie ist es, wenn der TSH-Wert bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft erhöht ist? Gerade wenn keinerlei Beschwerden zu finden sind?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um einen Entzündungsprozess in der Schilddrüse, die zu einer Unterfunktion führen kann – aber nicht muss! Der menschliche Organismus ist wunderbar flexibel, um Defizite auszugleichen – und wenn die Schilddrüse eventuell dann doch mal weniger Hormone produziert, springt die Hypophyse, eine Hormondrüse im Kopf, ein und schüttet TSH aus – solange, bis genügend Hormone wieder da sind. Entscheidend für den Stoffwechsel, das Gesamtsystem und in unserem Zusammenhang hier für die Schwangerschaft ist die Funktion der Schilddrüse, also ob eine Unterfunktion tatsächlich da ist. Wenn das der Fall ist, kann den Frauen entweder mit der TCM geholfen werden oder schulmedizinisch mit der Einnahme von Thyroxin. Was aber langfristig erhebliche Nebenwirkungen haben kann.
In der TCM ist das Befinden immer ausschlaggebend, neben den Befunden wie z.B. Antikörper und Hormonwerte. Gerade wenn eine Unterfunktion da ist, können Kräuter hervorragend helfen, es gibt kräftigende Heilpflanzen wie Huang Qi (chin. Tragantwurzel) oder der allseits bekannte Ginseng. Wenn vermehrt Ödeme auftreten, kann die Einnahme eines Pilzes namens Fu Ling sinnvoll sein. Aber die Symptome einer Schilddrüsen-Unterfunktion können ausgesprochen vielfältig sein – darauf kommt es dann bei der Behandlung genau an! Ein anderer Aspekt ist die Autoimmunerkrankung selber, also die Entzündung der Schilddrüse durch eine fehlerhafte Immunreaktion des Körpers. Feststellen kann man das über den Nachweis von Schilddrüsen-Antikörpern. Aus TCM-Sicht handelt es sich dabei häufig um die Auswirkungen alter, manchmal vor Jahrzehnten durchgemachter und nicht 100%ig ausgeheilter Infekte. Wie z.B. Herpes, Pfeiffersches Drüsenfieber, Zoster/Gürtelrose, aber auch bakterielle Infekte wie Streptokokkeninfektionen. Diese ‚Altlasten‘ können dann mit der TCM ausgeleitet werden, ganz besonders mit der Akupunktur. Das wäre dann eine Ursachenbehandlung der Autoimmunreaktion – also die Normalisierung des Immunsystems.

Wie lässt sich mit der TCM insgesamt die Fruchtbarkeit verbessern? Worauf solle Frau/Mann besonders achten?

Die wichtigste ‚Säule‘ in der chinesischen Medizin sind tatsächlich ganz individuelle Mischungen von in der Regel pflanzlichen Arzneimitteln, also Kräuter. Sie sind hochwirksam und müssen häufig genau dosiert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Es gibt auch einige Kräuter, die riskant sein können – wobei es immer auf die genaue Diagnose und natürlich die Dosis ankommt. Vermeiden sollte man z.B. Bitterorange, Weihrauchzubereitungen, Curcuma, Zimt, Sennesblätter, aber auch Aloe (innerlich) – Nicht alles aus der Natur ist harmlos! Risikoreich sind vor allem in der Frühschwangerschaft alle Kräuter, die auf den Darm eine abführende Wirkung haben. Chinesische Kräuter sind sehr wirksam, also rate ich allen Patientinnen sich auf die gezielte, individuelle Verordnung eines qualifizierten TCM-Therapeuten zu verlassen und sich nicht selber etwas zusammen zu stellen. Auch sollten die Kräuter nicht irgendwo im Internet bestellt werden, sondern in einer hiesigen (Spezial-) Apotheke. Dann ist gewährleistet, dass sie nur das bekommen, was sie haben wollen – ohne Pestizide, Herbizide und womöglich andere Bestandteile!

Wie läuft eine klassische TCM Therapie bei Kinderwunsch ab?

Bei Kinderwunsch lade ich erst beide Partner zu einem orientierenden Erstgespräch ein. Zunächst werden der bisherige Verlauf, die Problematik und die schulmedizinischen Befunde besprochen. Es folgt dann eine TCM-Kurzdiagnose mit den allgemeinen Befindlichkeiten von Schlaf über Sexualität bis zu Verdauung. Und eine erste Puls- und Zungendiagnostik. Bei beiden Partnern – und danach entscheidet sich das weitere Vorgehen. Es kann sein, dass es bei Ratschlägen für die Ernährung und Lebensführung bleibt. In der Regel folgt dann ein Konzept für die TCM-Behandlung mit Kräutern und/oder Akupunktur. In einem späteren Zweitgespräch wird die Diagnose komplettiert. Die Akupunktur erfolgt dann in der Regel wöchentlich, die Kräutermischung bekommt alle 2 Wochen ein Update. Nicht selten bekommen die Frauen dann auch 2-3 verschiedene Mischungen für die jeweiligen Zeitabschnitte des Zyklus´. Die Behandlungsdauer sollte für mindestens 3 Zyklen, also 3 Monate eingeplant werden. Bei schlechter Eizellen-Qualität sind erfahrungsgemäss eher erst nach 6 Monaten signifikante Erfolge zu verzeichnen.
Wichtig ist in diesem ganzen Prozess auch das Zyklusmonitoring durch die Patientinnen selber, also die Beobachtung körperlicher Veränderungen im Verlauf eines Zyklus. Zum Beispiel über die Protokollierung der Basaltemperatur. Aus TCM-Sicht spiegelt der monatliche Zyklus auch das Wechselspiel von Yin und Yang wieder: In der ersten Zyklushälfte ist die Aufbauphase des YIN (=niedrige Temperatur), danach kommt die Yang-Phase mit höherer Temperatur. Zwischendurch die beiden dynamischen Phasen der Blutung und des Eisprungs. Dem entsprechend kann der Organismus in diesen Phasen unterstützt werden – mit Yang- oder Yin-stärkenden Kräutern oder Punkten, oder bei Stauungen zu den dynamischen Phasen durch Unterstützung der Leber. Da kommt z.B. auch die Schröpfmassage am Unterbauch bei uns zur Forcierung des Eisprungs in Frage.

Kann man die Methoden der westlichen Medizin, also der modernen Reproduktionsmedizin mit der TCM ergänzen?

Ja, auf alle Fälle ist es sinnvoll. Ich gehe davon aus, dass die besten Resultate eine Verbindung der Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin und der TCM-Methoden bringt. Anfänglich wird eine gezielte, individuelle Diagnose erstellt, das sollte optimal mindestens 1-3 Monate vor IVF/ICSI geschehen. Danach entscheidet sich, ob Akupunktur oder Kräuter angebracht sind. Die Akupunktur erfolgt dann wöchentlich, nach dem Transfer häufiger für 2 Wochen, vor allem zur Einnistungs-Zeit. Die chinesischen Kräuter stelle ich in einer individuellen Rezeptur zusammen – jeweils verschiedene Mischungen für die einzelnen Zeitabschnitte. Die TCM-Methoden ergänzen die reproduktionsmedizinischen Methoden und können Nebenwirkungen mindern. IVF/ICSI können Eizellen/Spermien zusammenbringen, aber sowohl auf die Qualität der Eizellen als auch bei Einnistung und Vermeidung eines Frühabortes haben sich die TCM-Methoden als äusserst wirksam erwiesen. Bei schlechter Eizellen-Qualität/niedrigem AMH-Wert ist übrigens immer eine mehrmonatige TCM-Behandlung notwendig.

Leider kann es auch vorkommen, dass das Kind in der Frühschwangerschaft verloren geht – wie sieht das die TCM?
Auch da kommt es auf eine genaue Diagnose an. Als auslösende Faktoren für eine Fehlgeburt können genetische, immunologische und Durchblutungs-Faktoren wichtig sein. Gerade bei Problemen mit der Immunreaktion und mit der Durchblutung gibt es gute Möglichkeiten mit der TCM. Um das Immunsystem zu regulieren, ist die Akupunktur oder auch die Eigenblutbehandlung als klassisch westliche naturheilkundliche Methode sinnvoll. Bei Durchblutungsbloblemen, d.h. bei Stauuungen/Blockaden kämen – wie gesagt, nach genauer TCM-Diagnostik – eher chinesische Kräuter in Frage.

Kraftsuppe nach der Chinesischen Heilkunde

Bei Chinesischer Kraftsuppe wird davon ausgegangen, dass durch die lange Kochzeiteine energetische Einheit der Zutaten erreicht wird und die Essenzen in die Suppe übergehen.
Neben der so erreichten Wärmezufuhr wird auch die Verdauung erleichtert, da imKochvorgang bereits ‚vorverdaut‘ wurde. Besonders in der kalten Jahreszeit, bei Infektanfälligkeit, nach längerer Erkrankung oder Kältegefühlen, aber auch einfach zur allgemeinen Stärkung empfehlen sich Kraftsuppen.
Das Grundrezept für eine kräftigende Fleischbrühe kann für 3-4 Tage (im Kühlschrank gelagert) vorgekocht werden. Gerechnet für einen grossen Suppentopf mit etwa 5 l benötigt man etwa:

• 1 Kg Bio- Rindfleisch, 1 ganzes Huhn oder anderes Fleisch mit Knochen.
• Im ersten Kochgang mit kaltem Wasser das Fleisch mit etwas Zitronensaft und Kurkuma kurz aufkochen und dann abseihen, den Schaum abwaschen.
• Dann mit warmen Wasser und Gewürzen wie Lorbeerblätter, Koriander,Wacholderbeeren und Kurkuma und frischem Suppengrün, 1 Zwiebel oder Frühlingszwiebel, frischem Ingwer (3-5 cm) und Petersilie 3-4 Std. (oder 2-3 Std. im Schnellkochtopf) köcheln lassen (geschlossener Deckel).
• Wer das Fleisch noch essen möchte sollte es nach einer Std. heraus nehmen,den Knochen aber weiter kochen.
• Am Ende der Kochzeit die Suppe durch ein Sieb gegeben und die gekochten. Zutaten entfernen.
• Frische Kräuter wie Koriander und Petersilie, verschiedene Gemüsesorten und evt. Bio- Sojasosse werden zum Abschmecken genutzt, die Brühe kann getrunken oder mit Beilagen wie Reis, Hirse oder Quinoa gegessen werden.
• Vegetarier können eine Gemüsekraftsuppe mit Sojabohnen, Seitan, Linsen, Hirse und viel Wurzelgemüse herstellen.
Die Gewürze und Kräuter können nach Indikation variieren: bei Blut-Leere können schwarze Bohnen und getrocknete rote Datteln und Angelikawurzel (aus der Apotheke), bei Allergien in der symptomfreien Zeit Astragalus und Codonopsiswurzel zugegeben werden- jedoch immer nach Absprache und begleitend zu einer Behandlung. Ihr Therapeut für Chinesische Medizin hilft Ihnen sicher gerne weiter!

Während einer akuten Erkältung, deutlichen Hitzezeichen wie Nachtschweiss, Hitzewallungen oder hoher Blutdruck und bei starker äusserer Hitze sollte keine Kraftsuppe eingenommen werden!

Impfungen

Kaum ein Thema wird mit derartiger Leidenschaft diskutiert wie die ‚Impffrage‘. Aktuell jetzt gerade, wenn für die alljährliche Grippeimpfung geworben wird. Meine Ansicht dazu: es handelt sich um eine Entscheidung über ein mögliches Erkrankungsrisiko, das ein Jede/r für sich selber einschätzen muss. Jeder kann erkranken, jeder kann gesund werden, aber es gibt auch die Gefahr für ernsthafte und dauerhafte Schäden. Ein statistischer Wert, aber er kann schon Angst/Unbehagen auslösen. Aus Sicht der TCM ist das Risiko grösser für Menschen, die eine geringe Abwehrkraft (Wei Qi) haben. Problem ist, dass auch diese vielleicht ein grösseres Risiko haben Nebenwirkungen der Impfung zu erleiden! Häufig habe ich mit Patienten zu tun, die gerade die Impfungen nicht vertragen haben. Aber: mit Hilfe der TCM lässt sich die Kraft des Abwehr-Qi abschätzen, und vor allem ist es möglich, die negativen Folgen einer Impfung abzufangen. Es handelt sich um ‚pathogene
Energien‘, die dann ausgeleitet werden können mit Akupunktur , Guasha, Schröpfen und chinesischen Kräutern z.B.

Winterzeit: Nicht nur Kälte kann uns zusetzen!

Man möchte meinen, dass im Winter die Kälte das grösste Problem für unseren Körper darstellt. Im Hinblick auf grippale Infekte und stärkere Erkältungskrankheiten stimmt das in den meisten Fällen auch, doch im Alltag herrscht oft eine andere gesundheitliche Belastung zu dieser Jahreszeit vor: Trockenheit. Durch die ständig und überall gegenwärtige Heizungsluft trocknet auch unser Körper immer mehr aus. Das Organsystem Lunge und mit Ihr die Atemwege und die Haut sind besonders anfällig für Trockenheit. Symptome sind dann Reizhusten, trockene Kehle, trockene Haut, trockene Lippen. Oft kommen dann auch noch Hitzegefühle dazu.

Um diesem ‚Pathogen‘ vorzubeugen oder entsprechend zu begegnen reicht es oftmals, den Speiseplan um ein einheimisches Obst zu ergänzen: die Birne. Die Birne wirkt energetisch erfrischend und befeuchtend und reguliert Schleim-Hitze. Bei starken Hitzegefühlen kann die Birne auch roh verzehrt werden, ansonsten ist gedünstete Birne z.B. als Kompott empfehlenswert, bei Kälteempfindungen durch erhitzende Gewürze wie Zimt und Nelken ergänzt, bei beginnenden Erkältungen kann die zerstreuende Wirkung von mitgekochtem Ingwer genutzt werden. Sehr alltagstauglich ist auch Birnensaft (auf 100% Fruchtgehalt achten!). Wem der Saft zu kalt ist kann mit warmen Tee (z.B. Holunderblüten-abwehrstärkend oder roter Früchtetee-blutaufbauend) oder warmen Leitungswasser mehr Wärme zuführen.

Ebenfalls wichtig für ein gesundes Raumklima ist regelmässiges Lüften und zumindest eine Wasserschale auf der Heizung zur Befeuchtung.

Frühstück bei Kältegefühlen (=Yang-Mangel)

Bei einem manifesten Yang-Mangel steht das Kälte-Gefühl im Vordergrund, daher muss die Nahrung unbedingt erwärmend sein. Damit die Patienten morgens in die Gänge kommen, den das Yang steht ja auch für Aktivität und Energie, kann die Bedeutung eines warmen Frühstücks gar nicht überbetont werden. Neben den beim Milz-Qi Mangel empfohlenen Getreidebreien, kommen hier kräftige Suppen und Brühen zum Einsatz. Natürlich ist es unmöglich in der Früh eine aufwendige Suppe vorzubereiten, aber Suppe können ja sehr gut vorgekocht und portionsweise im Kühlschrank aufbewahrt oder auch eingefroren werden.
Die Suppen müssen kräftig und nährend sein, also entweder eine Rinderbrühe, bei der Fleisch, Suppenknochen und Gemüse verwendet werden oder eine Hühnersuppe mit einem alten Suppenhuhn und ebenfalls Gemüse. In China würde man die Knochen des Suppenhuhns, also vor allem die Schenkel, brechen, so dass das enorm nährende Knochenmark in die Suppe kommt. Wichtig ist, dass die Suppen über mehrere Stunden geköchelt werden, das beim Abkühlen entstehende Fett ist abzuschöpfen. Die Suppen sollten ruhig etwas kräftiger gewürzt werden, wer möchte auch mit etwas Pfeffer; Chili sollte nur verwendet werden wenn keine Magen-Hitze (Sodbrennen, viel Durst z.B.) vorliegt.
Diese Suppen können dann entweder mit dem Fleisch oder auch ohne gegessen werden, es sollten jedoch Reis oder Nudeln zugefügt werden, da sonst ja keine Sättigung eintritt. Der Reis kann vorgekocht werden und beim Erwärmen der Suppe zugefügt werden. Als Nudeln würde ich die ganz feinen Suppennudeln empfehlen, die so gut wie keine Kochzeit haben oder eben Instant-Nudeln, die gar nicht gekocht werden müssen.

Wie bei allen Ernährungsempfehlungen gilt auch hier keine mengenmäßige Beschränkung. Diese Suppe kann dann auch portionsweise in die Arbeit mitgenommen werden und eignet sich als Mittagsmahlzeit. Macht man dies jedoch zu häufig, so wird dem Patienten sicher bald die Lust auf Nudelsuppe vergehen, daher plädiere ich für mehr Abwechslung.

Auf den Punkt gebracht: Milz 6 – nicht nur für Frauen!

Es gibt kaum einen Akupunkturpunkt, der so spezifisch für “Frauenprobleme” ist wie Milz 6, der Treffpunkt der 3 Yin-Leitbahnen eine Handbreit über dem Innenknöchel in der Mitte des Unterschenkels gelegen. Er ist meist deutlich druckempfindlich, wenn Sie ihn massieren. Das Zielgebiet von Milz 6 ist die Beckenregion, hier entfaltet er bei vielen gynäkologischen Problemen seine Wirkung: Menstruationsbeschwerden, Gebärmuttersenkung, Blutungen bis hin zu hartnäckigen Pilzinfektionen. Aber auch Mann kann von ihm profitieren: die Stimulation dieses Punktes hat eine hebende Wirkung und kräftigt die Beckenmuskulatur bei sexuellen Schwierigkeiten. Die belebende Wirkung auf den Unterleib ist übrigens nicht erwünscht im Laufe einer Schwangerschaft – erst zur Einleitung der Wehen beim Entbindungstermin wird er von Hebammen häufig genutzt.

Punkt Milz 6 wird bei uns in der Praxis häufig in die Punktkombinationen eingebracht, z.B. zusammen mit
– Magen 36 zur allgemeinen Kräftigung und zum Anheben des Qi
– Lunge 7 zur Regulierung der Menstruation
– Renmai 6 am Unterbauch bei Senkungen und Durchfällen

Die genauere Lokalisation der Punkte können wir Ihnen gerne in der Sprechstunde zeigen- zur Selbstbehandlung können Sie diese “Energie-Höhlen”14 in akuten Situationen ruhig mehrmals täglich kreisend massieren.