Burnout-Behandlung und Vorbeugung in der TCM

Burnout
In der chinesischenMedizin wird das Burnout-Syndrom als Störung von Herz, Leber und letztlich als eine Erschöpfung der Nieren-Energie betrachtet.
So z.B. das Anfangsstadium des Burnout-Syndroms mit Magen-Darm-Problemen wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Magenschmerzen, Sodbrennen, oder Brechreiz, Atembeschwerden wie Luftnot, Herz-Kreislauf-Problemen wie Bluthochdruck, Herzrasen oder Herzklopfen, zu Verspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Migräne, Schlafstörungen oder Essstörungen, Hörsturz oder Tinnitus, Schwindel oder Augenproblemen wie geröteten oder trockenen, windempfindlichen Augen. Dies alles sind Probleme, die in der TCM der Leber zugeordnet werden.
Aufgabe der Leber in der chinesischen Medizin ist es, für den freien Fluß der Lebensenergie Qi zu sorgen: Anspannung- wenn nötig! Aber auch Entspannung zur Regenerierung! Wenn dieses Gleichgewicht auf Dauer nicht hergestellt werden kann, kommt es zur Verausgabung der Reserven, d.h. aus Sicht der TCM zu einer Erschöpfung der Nieren-Energie. Die zwischenmenschlichen Probleme, die in diesem Prozess auftauchen, aber auch die Ängste und Depressionen sind häufig Probleme des Herzens.
Die Selbst-Behandlung
1. Regulierung der Lebensweise
a. Pausen einplanen – PC-/internetfreie Zeiten!
b. Bewegung: Ausdauersport – nicht leistungs- und ziel-, sondern zeitorientiert: 3x/Woche jeweils 30 Minuten Wandern, Spazierengehen, Walken, Joggen, Radfahren…
2. Ernährung – regelmäßige leichte Kost, abends weniger essen. Gut verdaulich, also keine Rohkost, sondern gekochtes Gemüse und mäßig Fleisch. Wenig Scharfes, Gegrilltes, Alkohol und Fertigprodukte (Pizza etc.)!
Die Behandlung
Der große Vorteil der chinesischen Medizin ist die ganzheitliche
Herangehensweise. Eine Trennung von Körper, Geist und Seele wird in dieser Heilkunde nicht vorgenommen. Die möglicherweise zugrundeliegenden seelischen Probleme, die zu einem ständigen Getriebensein, Hetze und Unzufriedenheit mit der momentanen Lebenssituation führen, werden vielleicht angesprochen. Anders als bei einer –häufig auch begleitend sinnvollen- Gesprächstherapie erfolgt die Behandlung jedoch über den Körper. Ist dieser doch der einzig greifbare Spiegel der fühlbaren Probleme, über den diese auch tatsächlich behoben werden können.
Gerade die körperorientierten, spür- und somit wahrnehmbaren Methoden der TCM haben sich in der Behandlung aller Phasen des Burnouts ausgesprochen bewährt.
Je nach Phase kommt es in meiner Praxis zur unterschiedlichen Gewichtung der verschiedenen Heilmethoden:
Phase 1 – Überaktivität bis hin zu emotionaler Erschöpfung
Hier sind Ruhepausen und ein ausreichender Schlaf sehr wichtig. Die Akupunkturbehandlung steht an erster Stelle, einmal wöchentlich zur Senkung des überschüssigen Yang und für die „liebe Seele“. Begleitend u.U. winzige Dauernadeln in die Ohrmuschel.
An zweiter Stelle die Tuina-Behandlung. Hier werden die verspannten Muskeln und Sehnen wieder gelöst. Der Fluß der Lebensenergie Qi wird so harmonisiert. Nicht wenige Patienten schlafen schon während der Behandlung ein! Auch können die muskulären Blockaden mit der Schröpftherapie aufgelöst werden (Schröpfmassage).
Phase 2 – Angst, Rückzugstendenzen, seelische Anspannung
Die psychischen Aspekte nehmen zu. Hier wird die Akupunktur dann mit der Kräutertherapie kombiniert. Die Akupunktur wirkt in diesem Fall entspannend und hilft dabei, das innere Gleichgewicht wieder
herzustellen. Die Kräuter stabilisieren das Herz und die Nieren – diese„Organe“ werden aus Sicht der TCM in dieser Phase des Burnout
beeinträchtigt.
Phase 3 – verminderte Leistungsfähigkeit und zunehmender Rückzug
Neben der nach wie vor notwendigen seelischen Stabilisierung
(Akupunktur) ist es in dieser Phase wichtig die Energiereserven wieder aufzufüllen. Dies geschieht durch Strategien zur angepassten Ernährung –das tägliche Essen ist die wichtigste Energiequelle!- und durch Kräuterrezepturen. Diese werden dann regelmäßig angepasst und sollten schon über mehrere Monate lang eingenommen werden.