Betrachtungen zur Sexualität in der chinesischen Medizin-Teil 2

Störungen der Sexualität bei Mann und Frau – Gynäkologie/Andrologie und die Behandlung mit Akupunktur
Die chinesische Medizin kennt bei Krankheiten keine Unterscheidung zwischen Körper, Geist und Seele, sondern sieht den Menschen immer als Ganzes. Körperliche Störungen (Schmerzen z.B.) gehen mit seelischen Veränderungen einher, emotionale Störungen („Stress“) können sich körperlich bemerkbar machen. Bei uns werden hingegen viele Störungen entweder als „psychisch verursacht“ nicht richtig ernst genommen oder mit Hilfe von Psychopharmaka, bestenfalls noch mit Psychotherapie behandelt.
So wird häufig auch bei Störungen der Sexualität oder der Hormonproduktion nach körperlichen Ursachen (Östrogenmangel, zu wenig Testosteron, Diabetes etc.) geforscht – und gelegentlich auch gefunden. Dieses ist auch sehr wichtig. Aber ohne organischen„Befund“ ist die hiesige Medizin meist ratlos – es bleibt die vorübergehende Stütze durch Medikamente wie Viagra ® oder Antidepressiva.
Vor einer Behandlung mit Akupunktur hingegen wird genau nach den zugrunde liegenden Mechanismen der Störung gesucht. Ein ausführliches Gespräch, aber vor allem auch die Puls- und Zungendiagnose geben Aufschluss darüber, welche Behandlungsansätze mit Akupunktur und Moxibustion möglich sind.
Beim Mann sind erektile Dysfunktionen (Impotenz, Potenzstörungen) aus Sicht der chinesischen Medizin häufig Störungen des Energieflusses (Qi-Flusses) in den Leitbahnen (Meridianen). Diese können häufig durch Unsicherheiten, aber auch durch tiefsitzenden Ärger ausgelöst werden. Bei Frauen sind diese Ursachen z.B. für geringes sexuelles Bedürfnis (wenig Libido, Frigidität) auch wichtig, aber eher noch durchgemachte emotionale Verletzungen, Ängste oder Erschöpfungen – die auch aus Sicht der chinesischen Medizin „an die Nieren gehen“.
In jedem Fall ist eine ausführliche Diagnostik notwendig – wie oben beschrieben. Denn: „Die westliche Medizin sucht nach Befunden – die chinesische Medizin fragt nach dem Befinden!“