Betrachtungen zur Sexualität in der chinesischen Medizin-Teil 1

1. Die Systematik der 5 Wandlungsphasen:
Störungen der Sexualität lassen im System der „5 Elemente“ oder „5 Wandlungsphasen“ (Wu Xing) der Chinesischen Medizin vor allem an die Wandlungsphasen Wasser und Holz denken.
Das Wasser ist die Grundlage unserer Existenz, in ihm vereinen sich Aspekte wie die Fortpflanzung ebenso wie die grundlegende existentielle Sicherheit. Diese Sicherheit bedeutet das Gefühl der Identität und Autonomie, eigentlich die Selbstsicherheit. Ängste und Zweifel an den eigenen Fähigkeiten sind häufig sowohl Ausdruck als auch Ursache für Probleme der Sexualität, vor allem für mangelndes Bedürfnis nach sexuellen Kontakten.
Während das Wasser die Selbst-Sicherheit bietet, ist die Entfaltung der Wandlungsphase Holz Voraussetzung für das Erreichen des Anderen. Sexualität bedeutet das Verschmelzen des eigenen Wassers mit dem Feuer und gleichzeitig das mit dem Partner als ein dynamisches, sich gegenseitig stimulierendes, wachsendes Miteinander. Holz ist Yang, und mit seinem Holz erreicht der Mann das Feuer, bringt Wasser und somit Yin nach oben. Die Frau hingegen ist Yin, sie vereinigt sich mit ihrem Yang mit dem des Mannes, geleitet es über die Empfindsamkeit und das Empfangende des Metalls zum Wasser. So ist das Holz bei der Sexualität des Mannes sehr wichtig, es wird jedoch bei der Vereinigung gesteuert und gerichtet durch die Sensibilität des Metalls. Störungen zeigen sich dann in der erektilen Dysfunktion.

Die Wandlungsphase Erde ist in der Sexualität die gemeinsame Geborgenheit und Zentrierung, aber auch die Empathie, das Mit-Fühlen, das einem unbändigen und per se eigennützigem Holz – Stichwort: Selbstverwirklichung- die soziale Komponente des Sich-Hineinversetzen verleiht.

Die Behandlungen dieser Disharmonien erfolgen durch Akupunkturpunkte auf den Meridianen/Leitbahnen, die jeweils den einzelnen Wandlungsphasen zugeordnet sind. Mit Akupunktur und Moxibustion – wie auch mit anderen Methoden der TCM- wird ein energetisches Gleichgewicht des gesamten Organismus wieder hergestellt. Puls- und Zungendiagnose sowie ein ausführliches diagnostisches Gespräch schaffen die Voraussetzung dafür, daß -wie generell in der chinesischen Medizin – nicht die Krankheit oder die Störung behandelt werden, sondern der Mensch, der unter einer Störung leidet.