Alle Beiträge von Andreas A. Noll

Akupunkturausbildung 1983/84 in Sri Lanka und Deutschland Studium von Sinologie und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Mehrere Studienreisen nach China (Chengdu University of TCM, Shanghai University of TCM). 1990-2000 Leitung der SHOU ZHONG - Schule für Traditionelle Chinesische Medizin e.V. (Berlin-Potsdam) - Ausbildungszentrum Ost für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V. 1990-1994 Leitung des Arbeitskreises Ost der Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und TCM e.V. 1999-2005 Vorsitzender der AGTCM e.V. Autor von: "Handbuch der Phytotherapie" (1989)(vergriffen) "Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin", Band 1-5 (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser), Verlag Müller und Steinicke, München (1992/1994/1996/1998/2000, im Autorenteam mit Udo Lorenzen, Kiel). Übersetzungen aus klassischen chinesischen Quellen "Der ältere Patient in der TCM", Hg. mit B.Ziegler, Elsevier-Verlag 2006 "Stresskrankheiten mit TCM behandeln", Hg. mit B.Kirschbaum, Elsevier-Verlag 2006 "Kinderwunsch und Fertilität in der TCM", Hg., Hippokrates-Verlag 2007

Das Gleichgewicht herstellen: Kopfschmerzen und Migräne mit TCM behandeln

Ein Vortrag von Andreas A. Noll am 3.5.2018 um 18.30 Uhr in der Schützen-Apotheke München

Die Chinesische Medizin kann bei vielen gesundheitlichen Problemen helfen. Sie beruht auf jahrtausendelanger Tradition, sowohl in der Volksheilkunde als auch als an Universitäten gelehrte komplexe Heilkunde mit einer umfangreichen diagnostischen und therapeutischen Systematik.

Es ist uns ein Anliegen, die Vorteil der TCM auch für den alltäglichen Gebrauch nutzbar zu machen. Wenn eine gesundheitliche Störung länger andauert, benötigen wir für die gezielte Behandlung die Puls- und Zungendiagnose wie auch eine umfassende Anamnese. Aber bei manchen Problemen können Sie sich mit einfachen Mitteln sehr gut selber helfen. Im diesem Vortrag gebe ich einen Überblick über die Behandlung von Kopfschmerzen in der TCM.

Neues Buch demnächst: TCM-Ratgeber Kopfschmerzen und Migräne

Dieser TCM-Ratgeber vermittelt Ihnen wichtiges Grundwissen über die Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Kopfschmerzen und Migräne.

Neben den medizinischen Grundlagen von Kopfschmerz-Erkrankungen und Migräne finden Sie in diesem Buch Diagnosehinweise aus der westlichen und chinesischen Medizin. Tipps zur Selbsthilfe und Checklisten zeigen Ihnen, wie Sie Symptome einordnen und im Alltag selbst lindern können – aber auch wo die Grenzen der Selbstbehandlung sind.

Lesen Sie, wie man durch die verschiedenen Methoden der traditionellen chinesischen Medizin, mit Akupunktur und Massagen, Heilkräutern, Ernährung und Bewegung, gezielt Beschwerden im Kopf-Nackenbereich behandeln kann.

Verlag Müller & Steinicke, München, www.naturmed.de

Die Heuschnupfenzeit ist da….

Heuschnupfen in allen seinen Varianten, von allergischer Rhinits über Augenbrennen bis hin zum allergischen Asthma, beruht nach Vorstellungen der westlichen Medizin auf einer übermässigen, falschen und somit allergischen Reaktion des Immunsystems auf Pollen in den oberen Atemwegen. Nase, Rachenraum und Bronchien sind als “Grenzflächen” am häufigsten betroffen. Auch die Augen und seltener die Ohren können von der allergischen Überreaktion betroffen sein.

Die westliche Medizindiagnostik ergründet die Allergene, also bestimmte Stoffe auf der Pollenoberfläche, auf die der Körper allergisch reagiert und versucht den Körper an diese Antigene in einem Prozess der Desensibilisierung zu gewöhnen. Diese Therapie führt man in der allergiefreien Zeit durch. Es gibt aber viele Patienten die trotz jahrelanger, nicht risikofreier Desensibilisierungstherapie weiterhin an Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden.
Die Chinesische Medizin hat andere Ansätze: die Symptome werden als “Wind-Erkrankung” betrachtet. Die Lunge und die Verdauungsorgane, die Milz, sind geschwächt. Daraus resultiert eine besondere “Schwäche des Systems” mit einer Sensibilität dieser eigentlich harmlosen Pollen. Das Auftreten im Frühling und besonders die Augenprobleme weisen aus TCM-Sicht auf eine Beteiligung der Leber, also auch emotionaler Faktoren wie Anspannung und Stress hin.
Von diesem Vorstellung ausgehend, stärkt man das geschwächte Milz System, die Lunge und die Leber in erster Linie mit Akupunktur und leitet zudem eventuelle überschüssige Energie ab, die durch die allergische Reaktion z.B. an den Nasenschleimhäuten entsteht.

Die TCM kann sehr gut in der akuten Phase die Beschwerden lindern und die Allergiebereitschaft reduzieren. Wichtig ist aber die Stärkung und Regulierung des Immunsystems in der allergiefreien Zeit!

Wann und wie welche Methode?
Die Akupunktur ist die Methode der Wahl, um zu stärken und Blockaden aufzulösen. Dies geschieht bei Erwachsenen in der Regel mit feinen Nadeln. Bei Kindern oder auch bei sehr sensiblen Menschen ist der Softlaser, die “Laserneedle” optimal. Die Behandlung ist völlig schmerzlos und dennoch können über die energiereichen Laserimpulse die Akupunkturpunkte bis ca. 3cm unter die Haut damit erreicht werden. Die Akupunktur sollte -in welcher Form auch immer- 1x/Woche vorbeugend erfolgen, zumindest über 10 Behandlungen. In der akuten Zeit -also meist März-April- sind ggf. häufigere Behandlungen notwendig- abhängig von eventuell noch auftretenden Beschwerden.
Die Wärmebehandlung mit der Moxibustion dient vor allem der Stärkung bei ausgesprochenen Frostbeulen- meist mit Punkten am Rücken. Auch die Selbstbehandlung ist damit möglich- wenn Sie über ausreichende Lüftungsmöglichkeiten zu Hause verfügen….
Gerade zur Vorbeugung hat sich die Eigenblutbehandlung als einfach und effektiv erwiesen. Hierbei wird wenig Blut aus der Ellenbeuge mit einer Spritze entnommen und danach gleich wieder in den Gesässmuskel injiziert. Die Vorstellung dabei ist, dass der Körper dann wieder in einen Lernprozess im Umgang mit Allergenen kommt. Die Eigenblutbehandlung sollte auch 1x/Woche vor der Allergiezeit geschehen.
In der akuten Zeit, wenn die Beschwerden richtig plagen, können wir in der Praxis diese Pathogene ausleiten: neben der Akupunktur mit Schröpfen/Schröpfmassage und der Schabemethode Guasha. Diese beiden Methoden der Chinesischen Medizin können aber auch in Frage kommen, wenn sich z.B. bei der Zungendiagnose zeigt, dass alte, versteckte und nicht 100%ig ausgeheilte Pathogene (=Infekte) das Immunsystem irritieren.
Chinesische Heilkräuter-Rezepturen können wir sowohl zur Vorbeugung als auch zur Akutbehandlung für Sie zusammenstellen- abhängig von Ihrer ganz konkreten energetischen Situation. Diese Heilkräuter werden entweder als Tee eingenommen oder auch in der Akutphase inhaliert.

Auf den Punkt gebracht: aus aktuellem Anlass wieder Dickdarm 4 – der “Loslasser”

Wenige Akupunkturpunkte werden so häufig genutzt wie dieser Punkt, der zwischen Daumen und Zeigefingern liegt und zudem sehr gut und effektiv mit Akupressur selbst behandelt werden kann.

Dieser 4. Punkt auf der am Zeigefinger beginnenden und an der Nase endenden Dickdarm-Leitbahn hat ein breites Wirkungsspektrum und gerade jetzt in der bald beginnenden kühleren Jahreszeit und der Übergangsphase zum Winter: Infekte und Beschwerden im Gesichtsbereich von Schnupfen, verstopfter Nase, Stirnkopfschmerz und Nasennebenhöhlen-Entzündungen. Aber auch bei chronischen, verschleppten Infekten wirkt “Hegu” ausleitend und so das Immunsystem stärkend.

In der TCM gilt er als der “grosse Öffner”, der so nicht nur bei der Ausleitung die Hautporen öffnet/schliesst (Schwitzen regulierend) und den Stuhlgang erleichtert. Auch auf der seelischen Ebene ist er der “Loslasser”, wenn Probleme und Sorgen das Denken und Fühlen übermässig blockieren.

In unserer Praxis wird “Hegu” kaum alleine genutzt, sondern kann mit vielen anderen Punkten kombiniert werden, um seine Wirkung zu fokussieren und zu verstärken:

+ Dickdarm 11 am Ellenbogen bei eitrigen Prozessen in Haut, Nase und Gesicht
+ Leber 3 am Fussrücken bei Anspannung und emotionalen Blockaden
+ Niere 7 an der Achillessehne bei Störungen der Schweissproduktion
+ Magen 41 am Fussgelenk bei Zahn-Mundproblemen, evtl. begleitend zur Zahnarzt-Behandlung
+ Dickdarm 7 am Unterarm bei Beschwerden im Schultergelenk

Die genauere Lokalisation der Punkte können wir Ihnen gerne in der Sprechstunde zeigen- zur Selbstbehandlung können Sie diese “Energie-Höhlen” in akuten Situationen ruhig mehrmals täglich kreisend massieren.

Essen und Trinken

Unser Immunsystem hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel von einer ‚richtigen‘ Ernährung.  Wobei es DIE richtige Ernährung nicht gibt. Jeder Mensch ist anders, und daher braucht jeder auch ein individuell angemessenes Essen. Stimmung, Bewegungsdrang, der Stoffwechsel, das Umfeld – dies alles kann unseren Appetit, unseren Bedarf, unsere Kapazitäten und die Bedürfnisse beeinflussen. Schlechte Laune schlägt auf den Magen, viel Bewegung erhöht unseren Bedarf an zugeführter Energie, und manchmal brauchen wir Salziges, Scharfes oder Süsses. Vor allem: es kommt darauf an, was unser Organismus, also zuallererst unser Verdauungssystem und dann der Stoffwechsel aus dem Zugeführten machen. Wir können die hochwertigsten Nährstoffe aufnehmen- der grosse ‚Faktor X‘ bleibt immer, was der Körper damit so anstellt – wird alles restlos verbraucht oder verschwindet es irgendwann ungenutzt in der Kanalisation? Werden die Kalorien in Bewegung umgesetzt oder in möglicherweise überflüssige Fett-Reserven? Das Kalorienzählen bringt wenig – das ist ähnlich, als wenn ein Unternehmen nur die Einnahmen verbucht….
Summa summarum – gesund essen kann schwieriger sein, als Sie denken, auch dank einer unternehmungslustigen und kreativen Lebensmittelindustrie, die uns zu mehr überreden will als wir tatsächlich brauchen.
Wörter wie “fettarm”, “hoher Ballaststoffgehalt”, “Vollkorn”, ‚bio‘ und “natürlich” machen selbst den kritischsten Kunden oft glaubhaft, Gesundes auf den Tisch zu bringen. Wie z.B.:

Angereichertes Wasser und Vitamine
Viele Bio-Limonaden Getränke sind im Wesentlichen zuckerhaltige Getränke mit einer farbigen Vitamin-Pille. Wenn man sich in unseren westlichen Ländern einigermaßen abwechslungsreich ernährt, treten keine Vitaminmangelzustände auf. Ein Zuviel kann auch schädlich sein – das ergeben immer wieder Studien in der letzten Zeit!
Stattdessen: Trinken Sie Wasser, idealerweise aus dem Wasserhahn. Es ist das beste Getränk für Ihren Körper, ist natürlich kalorienfrei und kann ggf. mit etwas Obstsaft geschmacklich verbessert werden. Wenn Sie sich abwechslungsreich ernähren und sich bei den Nahrungsmitteln bedienen, die die Natur in der jeweiligen Jahreszeit beschert, brauchen Sie keine Nahrungs-Ergänzungs-Mittel!

Trinkflaschen…
Gelegentlich habe ich das Gefühl in einem Wüstenstaat zu leben. Die Flasche Wasser ist fast ständiger Begleiter auf der Strasse, im Unterricht oder Spazierengehen. Es hat sich fest eingeprägt, dass wir alle zu wenig trinken – propagiert werden Trinkmengen von mindestens 2-3 Litern/Tag. Durstgefühle kommen da gar nicht mehr auf. Es gibt aber einige einfache Tipps dazu:
– trinken Sie, wenn Sie Durst haben
– achten Sie auf den Urin: eine goldgelbe Farbe heisst, dass Sie zu wenig trinken; ist der Urin wasserklar und hell, trinken Sie vielleicht schon zu viel
– ‚Frostbeulen‘ brauchen weniger Flüssigkeit als ‚hitzige Temperamente‘!
– im Sommer brauchen Sie mehr Flüssigkeit als im Winter, wobei die trockene Heizungsluft auch dort dem Körper Flüssigkeit entzieht
– auch Durchfälle und Blähungen können durch zu viel Trinken begünstigt werden, bei Verstopfung kann es besser sein mehr zu trinken
– bei Fieber brauchen Sie mehr Flüssigkeit
– trinken Sie nicht erst abends – das könnte Ihnen die Nachtruhe rauben!
– Bei Problemen mit der Blase oder den Nieren: fragen Sie Ihren Therapeuten!

Das Rezept für das Jahr 2018: Entspannung, Genuss und Innensicht

Im Jahre 1953 wurde der genetische Code mit seinen 64 Eiweissbausteinen entdeckt. In seinem Buch ‚Weltformel I Ging und genetischer Code‘ schildert der Autor Dr. Martin Schöneberger in anschaulicher Art und Weise seine Entdeckung, dass das Buch der Wandlungen (Yijing; I Ging) und der genetische Code auf demselben System beruhen. Daher stellte er sich also die Frage, ob der Aufbau der Gene nicht auf einem universellen Prinzip beruht und Leben in dieser Form also kein Zufall ist, sondern dem Grundprogramm des Universums entspricht.

Früher haben die Menschen sehr im Einklang mit der Natur gelebt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Sie Beobachtungen und Mechanismen im Körper und der Umwelt erkannt und niedergeschrieben haben.

Das Yijing entführt uns in diese sehr frühen Erkenntnisse und Erfahrungen aus China. Es gilt als gesichert, dass es wesentlich älter als die Bibel ist und philosophisch betrachtet sind die Wurzeln des Konfuzianismus und Daoismus dort zu finden. Nicht verwunderlich ist es daher, dass Prüfungen für höhere Beamten im frühen China komplexe Fragen zum Yijing enthalten haben.

Die Basis bilden 8 Trigramme – bestehend aus übereinander liegenden 3 Yin oder Yang Linien – und die Kombination dieser Basis Trigramme führen zu 64 Hexagrammen – auch Lebensbilder – genannt.

Für das Jahr 2018 gilt das Lebensbild Hexagramm 27 ‚Die Ernährung‘ und wird von den alten chinesischen Orakelmeistern so interpretiert:

Ein starker Yang-Strich oben, ein starker Yang-Strich unten und dazwischen ein leeres Feld mit 4 Yin Strichen. Dies stellt auch einen Mund dar und damit die Rahmenbedingung dessen, was man unter Ernährung zu verstehen hat. Die drei unteren Linien symbolisieren den Donner und eine initiale Bewegung und stellt einen Unterkiefer dar. Die Kernkompetenz dieses Bildes heisst ‚das Hemmnis‘. Die drei oberen Linien stehen für den Berg, das Stillhalten und bilden einen Oberkiefer ab. Die Kernkompetenz dieses Bildes heisst ‚das Erregende‘.

Hexagramm 27: I – Die Ernährung, besteht aus:

Gen – Der Berg
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Dschen – Der Donner
___ ___
___ ___
_______

Von Bedeutung für dieses Jahr ist dementsprechend alles was in Verbindung mit dem Magen gebracht werden kann. Neben der Ernährung mit Aufnahme von Essen und Trinken an sich symbolisiert diese aber auch das ganze Feld der Auseinandersetzung mit dem Leben und damit die Aufnahme der ‚geistigen Nahrung‘. Im übertragenen Sinne sollen wir uns intensiv das anschauen mit dem wir uns tagaus und tagein beschäftigen. Â Fragen wie “Mit wem oder was umgebe ich mich” oder “was nehme ich auf und was halte ich für selbstverständlich” haben eine grosse Bedeutung im laufenden Jahr. Wie verarbeite ich auf mich einströmende Lebensereignisse und warum tue ich Dinge – oder tue ich auch nicht, die dringend bearbeitet werden müssten? Wie interagiere ich mit meiner Umwelt im Alltag und wie kann ich mich in den täglichen ‚Rollenspielen‘ schützen?
Um den eigenen Seelenplan zu finden ist es wichtig die Balance aus Bewegung und Ruhe sowie dem Innenhalten zu finden. Dabei ist mit Bewegung nicht nur die physische Aktivität gemeint, sondern auch unser eigenes Durchrütteln in festgefahrenen Strukturen und Mustern. Eine grosse Chance für unsere eigene Weiterentwicklung besteht darin, den eigenen Hemmnissen zu begegnen. Das Lebensbild 27 fragt: ‚Was ist für mich auf dieser Welt richtig? Wofür bin ich da und was ist mein Seelenplan. Ähnlich einem faszinierenden Berg, der wunderbare Schätze (Erze) in sich birgt ist es an uns unsere persönlichen Werte zu finden und vertrauensvoll auf Hemmnisse zu schauen, damit diese bearbeitet werden können. Auf der materiellen Seite erleben wir Harmonie mit unseren Besitztümern wenn wir keine Habgier entwickeln, loslassen Lernen und unser Wissen und Lebenserfahrung bereitwillig weiter geben. Es gilt daher: Trauen wir uns, uns fallen zu lassen, das Schöne zu finden und zu kultivieren.  Es gilt die Augen nach Innen zu richten, die Seele baumeln zu lassen, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sich selbst ein Ohr zu leihen und in der Entspannung den Zugang zu eigenen Schätzen zu finden. Nimm Dich selbst an die Hand und der Weg wird sich auftun, um im Einklang mit der wunderbaren Fülle des Lebens zu leben und das Qi bestmöglich fliessen zu lassen. ‚Das Wissen um das, was wann guttut und was nicht, hängt nicht zuletzt vom klaren Bekenntnis zu sich selber ab.‘

Machen wir dies nicht und wehren wir uns innerlich dagegen, wird es schwer – das Gegenbild zu Hexagramm 27 ist das Hexagramm 28 und heisst ‚Des Grossen Übergewicht‘ und stellt die Überlastung dar.

Auf geht´s ins Jahr des Hundes!

Das Jahr des Feuer-Hahns geht zu Ende und Voraussagen für das Jahr 2017 sind durch die Realität weit übertroffen worden: Im Taumel von Selbstüberheblichkeit, Grössenwahn und Egomanie ist die Welt durch die Aktionen einzelner Machthaber unsicherer und unberechenbarer geworden! Das alles kann einen verzagen und Fluchtwege ins Individuelle suchen lassen. Doch mehr Gemeinschaftssinn kann helfen!
Wird das nächste Jahr im Zeichen des Erde-Hundes (Wu Xu 戊戌) Besserung bringen? Und wenn ja, für wen besonders? Erst am 16. Februar 2018 beginnt der Hund seine treue Gesinnung zu zeigen. Nach dem chinesischen Kalender ist das Jahr des Hundes eine Zeit, in der Tugenden wie Treue, Ehrlichkeit und Humor wieder eine grössere Rolle spielen. Die Gemeinschaft geht dem Hund über alles und er fühlt sich im Kreis seiner Angehörigen am wohlsten. Als gewissenhafter Arbeiter ist er ein vertrauenswürdiges Mitglied in jeder Gemeinschaft. Der Hund ist unparteiisch, vernünftig, nüchtern und ein konstruktiver Denker. Er ist still und gutherzig und niemals schadenfroh. Er sorgt sich um das Wohl der anderen!
Es ist die Wandlungsphase Erde, die 2018 die kosmische Antriebskraft für das Leben unter dem Himmel ist. Der Himmelsstamm Wu 戊 = Erde-Yang entspricht im Menschen dem Magen und der Erdenzweig Xu 戌 ist dem Herzbeutel Xin Bao Luo 心包絡 zugeordnet, dem Beamten, von dem Freude und Lust (Xi Le 喜樂) ausgehen, jene Freuden, die sowohl die Gemeinschaft erneuern als auch im Inneren das Herz erwärmen. Es ist die persönliche Nähe, die Vertrauen entstehen und die Gemeinschaft zusammenwachsen lässt!
Der Hund selbst, der das astrologische Tierkreiszeichen für 2018 darstellt, wird ebenfalls der Wandlungsphase Erde zugeordnet, so haben wir im nächsten Jahr eine zweifache Erde. Genügend Erde sorgt für ein stabiles Zentrum, aus dem sich das Leben gut entwickeln kann, Fremdes kann gut assimiliert und einverleibt werden. Zuviel Erde kann aber auch Entwicklungstendenzen hemmen und ein Phlegma erzeugen. Zäher Schleim entsteht dann, der das Leben trübt und den Qi-Fluss behindert und Drumseligkeit breitet sich aus!

Wie geht es den einzelnen Tierkreiszeichen im Erde-Hund-Jahr?
Für die Ratte ist 2018 ein gutes Jahr. Es wird kaum Schicksalsschläge geben, das Handwerk gedeiht. Nur um Liebesbeziehungen steht es nicht sehr gut.
Im Jahr des Hundes ist der Büffel das entgegengesetzte Zeichen. Trotzdem schiebt der Büffel alle Hindernisse weg und ist zu neuen Aktivitäten fähig. Hier treffen sich dreimal Erde, Stagnation ist möglich!
Dem Tiger bietet das Jahr des Hundes vorzügliche Aussichten! Auslandsreisen, sportliche Betätigung und gesellschaftliche Begegnungen sind nun sehr günstig. Nur im Privatleben gibt es einiges zu klären!
Für den Hasen ist das Jahr 2018 nicht von grosser Tragweite. Immerhin ist es ein stabiles Jahr, in dem wichtige Entscheidungen nicht anliegen.
Wenn der Drache unter dem Einfluss des Hundes gerät, entsteht eine gefährliche Zeit für den Drachen. In der Familie kann es zu Zerwürfnissen kommen, im Beruf steht es jedoch gut. Reisen sind angezeigt!
Für die im Jahr der Schlange Geborenen entstehen eher negative Verhältnisse. Aber wenn Yin (die Schlange) und Yang (der Hund) sich harmonisch begegnen, kann etwas Gutes daraus entstehen und Katastrophen verhindert werden!
Im Jahr 2018 winken dem Pferd Abenteuer und ein Jahr voller schöner Erlebnisse liegt vor ihm! Der Hund ist dem Pferd ein getreuer Begleiter und Helfer in allen Lebenslagen. Sein positiver Einfluss auf das Pferd wird nur vom Tiger erreicht!
Dem Schaf ist das Jahr des Hundes nicht wohlgesinnt. Rivalitäten können zu nervigen Konfrontationen fuhren. Da das Schaf keine Kämpfernatur ist, überlässt es das Feld anderen. Freude wird es eher im Privatleben geben.
Für den Affen hat dieses Jahr viele Überraschungen bereit. Rege wie immer verwirklicht der Affe ungewöhnliche Pläne, selbst wenn er auf Widerstand stösst.
Der Hahn muss 2108 als Herausforderung betrachten. Vieles, was er im Vorjahr angefangen hat, steht nun unter einem schlechten Stern. Risiken sollten vermieden werden. Der Hahn sollte sich im Jahr des Hundes streng an die Gesetze halten, denn es treten viele juristische Schwierigkeiten für ihn auf.
Im eigenen Jahr hat der Hund gute Aussichten. Vielleicht nimmt er einen Wohnungswechsel vor oder er plant andere Veränderungen – Das Jahr 2018 bietet für ihn die besten Voraussetzungen dafür. Im gesellschaftliches Leben und im Beruf gibt es viele günstige Entwicklungen für den Hund!
Dem Schwein bietet das Jahr 2018 ein Vorgeschmack für sein eigenes Jahr, das 2019 folgt. Es können jetzt schön grössere Pläne vorbereitet werden, und gegen Ende des Erde-Hund-Jahres zeichnen sich für das Schwein einschneidende positive Ereignisse ab!

(Dieser Text wurde uns dankenswerterweise von Udo Lorenzen, einem jahrzehntelangen Freund und Co-Autor der Wandlungsphasen-Bücher, zur Verfügung gestellt!)

Steigerung der Fruchtbarkeit bei Kinderwunsch durch TCM – Fragen und Antworten

Unerfüllter Kinderwunsch – in wieweit kann man die Ursachen warum es bisher nicht geklappt hat durch TCM erkennen?

In der Chinesischen Medizin wird die Diagnose nicht nur durch die Erhebung von Befunden wie gewohnt, sondern durch eine ausführliche Erfassung der Befindlichkeiten sowie Puls- und Zungendiagnose erhoben. Dabei spielen vielleicht Störungen eine Rolle, die aus der Sicht der westlichen Schulmedizin irrelevant sind. Magen-Darmprobleme beispielsweise können etwas mit der verminderten Fruchtbarkeit zu tun haben, wenn dort chronische Entzündungen/Reizungen zu ‚feuchter Hitze‘ führen, die im Unterleib verschiedene Störungen wie z.B. Verklebungen der Eileiter auslösen – so die TCM-Sicht. Es wird also der gesamte Patient einbezogen in die Überlegungen – und daraus ergibt sich die Behandlung. Klarheit bekommt der TCM-Therapeut dann nur über die Zungen- und vor allem die Pulsdiagnostik. An der Zunge können Sie vielleicht selber etwas erkennen – eine blasse Zunge bedeutet Leere/Schwäche, etwaige Rötungen und Blaufärbungen Hitze und Stagnationen. Wenn der Zungenbelag im hinteren Bereich der Zunge ausgeprägt und gelblich ist, dann ist dies ein Anzeichen für entzündliche Prozesse im Unterleib. Aber der Puls gehört auch dazu – das können Sie nicht selber machen: der Puls am Handgelenk wird intensiv gefühlt, und daraus bekommt der Therapeut genaue Informationen über das ‚innere Klima‘, die Energetik der inneren Organe. Blockaden oder Erschöpfungen können so ganz detailliert festgestellt werden.

Ist es möglich das Spermiogramm zu verbessern?  Es wird in der TCM ja mit verschiedenen Methoden behandelt…

Die wichtigsten Methoden der chinesischen Medizin sind die Akupunktur – also das Stechen von Nadeln in ausgewählte spezielle Akupunkturpunkte-, die Moxibustion und die Einnahme von chinesischen Arzneimitteln, in der Regel von Kräutern als Abkochung, ‚Tee‘ oder z.B. als Granulat. Die Moxibustion ist eine erwärmende Methode, bei der mit glimmendem, speziell zubereitetem Beifusskraut einzelne Akupunkturpunkt oder auch Körperregionen mit Yang-Energie versorgt werden können. Dies ist auch die Haupt-Indikation für die Anwendung dieser Methode: Es muss Kälte und Schwäche vorliegen. Bei Frauen wird sie daher häufig in der 2. Zyklushälfte angewandt, oder auch generell bei einer niedrigen Basaltemperatur. Bei Männern finde ich viel häufiger Hitze-Symptome – da sind dann viel eher Akupunktur und Kräuter angebracht. Wenn man die Befunde des Spermiogramms auf die TCM-Diagnose überträgt, dann ist Akupunktur oder auch die Moxibustion bei einer geringeren Beweglichkeit der Spermien angebracht, weniger bei Mengen- und Qualitätsproblemen. Bei eingeschränkter Motilität können die Patienten dann selbst gezielt Akupunkturpunkte wie Milz 6 am Unterschenkel oder Magen 28 am Unterbauch moxen. Auch wenn z.B. durch den Nachweis von Bakterien eine latent entzündete Prostata vorliegt, können (neben Kräutern) Punkte zur Stärkung des Immunsystems wie Dickdarm 11/Dickdarm 4 (Hand/Ellenbogen) mit diesen Methoden behandelt werden. Die Einnahme von Kräutern hat sich vor allem bei Entzündungen wie der chronischen Prostatitis und Qualitätsproblemen bewährt, also wenn zu wenig oder schlechte Spermien da sind. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Behandlung über mindestens 3 Monate erfolgt – es dauert ja 70-90 Tage, bis alle Spermien erneuert sind.

Bei etwa 10% der Frauen im fruchtbaren Alter – so aktuelle Studien- kann man Symptome des PCO-Syndromes erkennen – wie sieht das die TCM?
Ein PCO-Syndrom hat auch aus Sicht der TCM vielerlei Facetten – es kommt auf die genauen, individuellen Symptome an. Die Zystenbildung ist ein Anzeichen von ‚Schleim‘ – daran ist in der TCM die Milz, bzw. das Verdauungs- und Stoffwechselsystem entscheidend beteiligt. Der ‚Eigenanteil‘ der Patientinnen in der Behandlung ist dann häufig der Verzicht auf schwer verdauliches Essen, wozu vor allem Fette, Rohkost und nicht selten auch Kuhmilch-Produkte gehören. Zur Stressreduktion – das führt aus TCM-Sicht zu Blockaden der Leber, zu Schmerzen und Verspannungen – dabei empfehle ich den Einbau von Bewegung in das tägliche Leben – von Yoga über Tanzen bis zum Ausdauersport.

Wie ist es, wenn der TSH-Wert bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft erhöht ist? Gerade wenn keinerlei Beschwerden zu finden sind?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um einen Entzündungsprozess in der Schilddrüse, die zu einer Unterfunktion führen kann – aber nicht muss! Der menschliche Organismus ist wunderbar flexibel, um Defizite auszugleichen – und wenn die Schilddrüse eventuell dann doch mal weniger Hormone produziert, springt die Hypophyse, eine Hormondrüse im Kopf, ein und schüttet TSH aus – solange, bis genügend Hormone wieder da sind. Entscheidend für den Stoffwechsel, das Gesamtsystem und in unserem Zusammenhang hier für die Schwangerschaft ist die Funktion der Schilddrüse, also ob eine Unterfunktion tatsächlich da ist. Wenn das der Fall ist, kann den Frauen entweder mit der TCM geholfen werden oder schulmedizinisch mit der Einnahme von Thyroxin. Was aber langfristig erhebliche Nebenwirkungen haben kann.
In der TCM ist das Befinden immer ausschlaggebend, neben den Befunden wie z.B. Antikörper und Hormonwerte. Gerade wenn eine Unterfunktion da ist, können Kräuter hervorragend helfen, es gibt kräftigende Heilpflanzen wie Huang Qi (chin. Tragantwurzel) oder der allseits bekannte Ginseng. Wenn vermehrt Ödeme auftreten, kann die Einnahme eines Pilzes namens Fu Ling sinnvoll sein. Aber die Symptome einer Schilddrüsen-Unterfunktion können ausgesprochen vielfältig sein – darauf kommt es dann bei der Behandlung genau an! Ein anderer Aspekt ist die Autoimmunerkrankung selber, also die Entzündung der Schilddrüse durch eine fehlerhafte Immunreaktion des Körpers. Feststellen kann man das über den Nachweis von Schilddrüsen-Antikörpern. Aus TCM-Sicht handelt es sich dabei häufig um die Auswirkungen alter, manchmal vor Jahrzehnten durchgemachter und nicht 100%ig ausgeheilter Infekte. Wie z.B. Herpes, Pfeiffersches Drüsenfieber, Zoster/Gürtelrose, aber auch bakterielle Infekte wie Streptokokkeninfektionen. Diese ‚Altlasten‘ können dann mit der TCM ausgeleitet werden, ganz besonders mit der Akupunktur. Das wäre dann eine Ursachenbehandlung der Autoimmunreaktion – also die Normalisierung des Immunsystems.

Wie lässt sich mit der TCM insgesamt die Fruchtbarkeit verbessern? Worauf solle Frau/Mann besonders achten?

Die wichtigste ‚Säule‘ in der chinesischen Medizin sind tatsächlich ganz individuelle Mischungen von in der Regel pflanzlichen Arzneimitteln, also Kräuter. Sie sind hochwirksam und müssen häufig genau dosiert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Es gibt auch einige Kräuter, die riskant sein können – wobei es immer auf die genaue Diagnose und natürlich die Dosis ankommt. Vermeiden sollte man z.B. Bitterorange, Weihrauchzubereitungen, Curcuma, Zimt, Sennesblätter, aber auch Aloe (innerlich) – Nicht alles aus der Natur ist harmlos! Risikoreich sind vor allem in der Frühschwangerschaft alle Kräuter, die auf den Darm eine abführende Wirkung haben. Chinesische Kräuter sind sehr wirksam, also rate ich allen Patientinnen sich auf die gezielte, individuelle Verordnung eines qualifizierten TCM-Therapeuten zu verlassen und sich nicht selber etwas zusammen zu stellen. Auch sollten die Kräuter nicht irgendwo im Internet bestellt werden, sondern in einer hiesigen (Spezial-) Apotheke. Dann ist gewährleistet, dass sie nur das bekommen, was sie haben wollen – ohne Pestizide, Herbizide und womöglich andere Bestandteile!

Wie läuft eine klassische TCM Therapie bei Kinderwunsch ab?

Bei Kinderwunsch lade ich erst beide Partner zu einem orientierenden Erstgespräch ein. Zunächst werden der bisherige Verlauf, die Problematik und die schulmedizinischen Befunde besprochen. Es folgt dann eine TCM-Kurzdiagnose mit den allgemeinen Befindlichkeiten von Schlaf über Sexualität bis zu Verdauung. Und eine erste Puls- und Zungendiagnostik. Bei beiden Partnern – und danach entscheidet sich das weitere Vorgehen. Es kann sein, dass es bei Ratschlägen für die Ernährung und Lebensführung bleibt. In der Regel folgt dann ein Konzept für die TCM-Behandlung mit Kräutern und/oder Akupunktur. In einem späteren Zweitgespräch wird die Diagnose komplettiert. Die Akupunktur erfolgt dann in der Regel wöchentlich, die Kräutermischung bekommt alle 2 Wochen ein Update. Nicht selten bekommen die Frauen dann auch 2-3 verschiedene Mischungen für die jeweiligen Zeitabschnitte des Zyklus´. Die Behandlungsdauer sollte für mindestens 3 Zyklen, also 3 Monate eingeplant werden. Bei schlechter Eizellen-Qualität sind erfahrungsgemäss eher erst nach 6 Monaten signifikante Erfolge zu verzeichnen.
Wichtig ist in diesem ganzen Prozess auch das Zyklusmonitoring durch die Patientinnen selber, also die Beobachtung körperlicher Veränderungen im Verlauf eines Zyklus. Zum Beispiel über die Protokollierung der Basaltemperatur. Aus TCM-Sicht spiegelt der monatliche Zyklus auch das Wechselspiel von Yin und Yang wieder: In der ersten Zyklushälfte ist die Aufbauphase des YIN (=niedrige Temperatur), danach kommt die Yang-Phase mit höherer Temperatur. Zwischendurch die beiden dynamischen Phasen der Blutung und des Eisprungs. Dem entsprechend kann der Organismus in diesen Phasen unterstützt werden – mit Yang- oder Yin-stärkenden Kräutern oder Punkten, oder bei Stauungen zu den dynamischen Phasen durch Unterstützung der Leber. Da kommt z.B. auch die Schröpfmassage am Unterbauch bei uns zur Forcierung des Eisprungs in Frage.

Kann man die Methoden der westlichen Medizin, also der modernen Reproduktionsmedizin mit der TCM ergänzen?

Ja, auf alle Fälle ist es sinnvoll. Ich gehe davon aus, dass die besten Resultate eine Verbindung der Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin und der TCM-Methoden bringt. Anfänglich wird eine gezielte, individuelle Diagnose erstellt, das sollte optimal mindestens 1-3 Monate vor IVF/ICSI geschehen. Danach entscheidet sich, ob Akupunktur oder Kräuter angebracht sind. Die Akupunktur erfolgt dann wöchentlich, nach dem Transfer häufiger für 2 Wochen, vor allem zur Einnistungs-Zeit. Die chinesischen Kräuter stelle ich in einer individuellen Rezeptur zusammen – jeweils verschiedene Mischungen für die einzelnen Zeitabschnitte. Die TCM-Methoden ergänzen die reproduktionsmedizinischen Methoden und können Nebenwirkungen mindern. IVF/ICSI können Eizellen/Spermien zusammenbringen, aber sowohl auf die Qualität der Eizellen als auch bei Einnistung und Vermeidung eines Frühabortes haben sich die TCM-Methoden als äusserst wirksam erwiesen. Bei schlechter Eizellen-Qualität/niedrigem AMH-Wert ist übrigens immer eine mehrmonatige TCM-Behandlung notwendig.

Leider kann es auch vorkommen, dass das Kind in der Frühschwangerschaft verloren geht – wie sieht das die TCM?
Auch da kommt es auf eine genaue Diagnose an. Als auslösende Faktoren für eine Fehlgeburt können genetische, immunologische und Durchblutungs-Faktoren wichtig sein. Gerade bei Problemen mit der Immunreaktion und mit der Durchblutung gibt es gute Möglichkeiten mit der TCM. Um das Immunsystem zu regulieren, ist die Akupunktur oder auch die Eigenblutbehandlung als klassisch westliche naturheilkundliche Methode sinnvoll. Bei Durchblutungsbloblemen, d.h. bei Stauuungen/Blockaden kämen – wie gesagt, nach genauer TCM-Diagnostik – eher chinesische Kräuter in Frage.

Impfungen

Kaum ein Thema wird mit derartiger Leidenschaft diskutiert wie die ‚Impffrage‘. Aktuell jetzt gerade, wenn für die alljährliche Grippeimpfung geworben wird. Meine Ansicht dazu: es handelt sich um eine Entscheidung über ein mögliches Erkrankungsrisiko, das ein Jede/r für sich selber einschätzen muss. Jeder kann erkranken, jeder kann gesund werden, aber es gibt auch die Gefahr für ernsthafte und dauerhafte Schäden. Ein statistischer Wert, aber er kann schon Angst/Unbehagen auslösen. Aus Sicht der TCM ist das Risiko grösser für Menschen, die eine geringe Abwehrkraft (Wei Qi) haben. Problem ist, dass auch diese vielleicht ein grösseres Risiko haben Nebenwirkungen der Impfung zu erleiden! Häufig habe ich mit Patienten zu tun, die gerade die Impfungen nicht vertragen haben. Aber: mit Hilfe der TCM lässt sich die Kraft des Abwehr-Qi abschätzen, und vor allem ist es möglich, die negativen Folgen einer Impfung abzufangen. Es handelt sich um ‚pathogene
Energien‘, die dann ausgeleitet werden können mit Akupunktur , Guasha, Schröpfen und chinesischen Kräutern z.B.

Das böse Cholesterin?

Seit Jahrzehnten wird das Cholesterin verteufelt. Es ist an modernen Zivilisationskrankheiten, wie Arteriosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt und senile Demenz für schuldig erklärt worden. Butter wurde vom Speiseplan lange verbannt, und der Verzehr von Eiern auf maximal das Sontagsei reduziert.

Medikamente zur Senkung der Blutfette gehören zur Standard-Medikation – mit zweifelhaften Nutzen und erheblichen Nebenwirkungen. Diätpläne erwiesen sich auch nicht als effektiv – liess sich der Cholesterinspiegel doch nur wenig durch karges, mageres Essen beeinflussen. Wenn zu viel Cholesterin aufgenommen wird, wir es z.B. über die Gallenblase und den Stuhlgang wieder ausgeschieden. Wohl aber macht sich Stress bemerkbar – da gehen die Werte zuverlässig nach oben….

Die Naturheilkunde und die TCM waren da schon immer skeptisch. Jetzt machen auch US-Experten in ihren Empfehlungen einen Rückzieher: Cholesterin aus Lebensmitteln wird nicht mehr als Gefahr für die menschliche Gesundheit gesehen. Künftig soll in den offiziellen Ernährungsratschlägen nicht mehr vor Speisen mit hohem Cholesteringehalt gewarnt werden. Da heißt es vom US-Landwirtschaftsministerium: “kein nennenswerter Zusammenhang zwischen dem Cholesterin in Lebensmitteln und dem Cholesterinspiegel”

Dabei ist Cholesterin ein lebensnotwendiger Stoff, gerade wenn es um Stress, das gefürchtete metabolische Syndrom und auch Probleme mit den Hormonen gibt. Cholesterin gilt als ‚ die Mutter aller Hormone‘, und lebenswichtige Steuer-Â-Hormone können erst aus diesem Stoff gebildet werden:
– Östrogene
– Gestagene
– Androgene
– Glukokortikoide
– Mineralokortikoide
– Calcitrial (Vitamin D)

Zu Bedenken ist jedoch, dass natürlich die Aufnahme von fetten Nahrungsmitteln sehr kalorienreich ist – dafür im Gegenzug aber auch gut sättigt! – und auch die ungesättigten Fettsäuren eine schädigende Wirkung haben. Eier sind aber in dieser Hinsicht kein Problem!

Guten Appetit…

Frühstück bei Kältegefühlen (=Yang-Mangel)

Bei einem manifesten Yang-Mangel steht das Kälte-Gefühl im Vordergrund, daher muss die Nahrung unbedingt erwärmend sein. Damit die Patienten morgens in die Gänge kommen, den das Yang steht ja auch für Aktivität und Energie, kann die Bedeutung eines warmen Frühstücks gar nicht überbetont werden. Neben den beim Milz-Qi Mangel empfohlenen Getreidebreien, kommen hier kräftige Suppen und Brühen zum Einsatz. Natürlich ist es unmöglich in der Früh eine aufwendige Suppe vorzubereiten, aber Suppe können ja sehr gut vorgekocht und portionsweise im Kühlschrank aufbewahrt oder auch eingefroren werden.
Die Suppen müssen kräftig und nährend sein, also entweder eine Rinderbrühe, bei der Fleisch, Suppenknochen und Gemüse verwendet werden oder eine Hühnersuppe mit einem alten Suppenhuhn und ebenfalls Gemüse. In China würde man die Knochen des Suppenhuhns, also vor allem die Schenkel, brechen, so dass das enorm nährende Knochenmark in die Suppe kommt. Wichtig ist, dass die Suppen über mehrere Stunden geköchelt werden, das beim Abkühlen entstehende Fett ist abzuschöpfen. Die Suppen sollten ruhig etwas kräftiger gewürzt werden, wer möchte auch mit etwas Pfeffer; Chili sollte nur verwendet werden wenn keine Magen-Hitze (Sodbrennen, viel Durst z.B.) vorliegt.
Diese Suppen können dann entweder mit dem Fleisch oder auch ohne gegessen werden, es sollten jedoch Reis oder Nudeln zugefügt werden, da sonst ja keine Sättigung eintritt. Der Reis kann vorgekocht werden und beim Erwärmen der Suppe zugefügt werden. Als Nudeln würde ich die ganz feinen Suppennudeln empfehlen, die so gut wie keine Kochzeit haben oder eben Instant-Nudeln, die gar nicht gekocht werden müssen.

Wie bei allen Ernährungsempfehlungen gilt auch hier keine mengenmäßige Beschränkung. Diese Suppe kann dann auch portionsweise in die Arbeit mitgenommen werden und eignet sich als Mittagsmahlzeit. Macht man dies jedoch zu häufig, so wird dem Patienten sicher bald die Lust auf Nudelsuppe vergehen, daher plädiere ich für mehr Abwechslung.