Aus der Forschung: u.a. Moxibustion und Akupunktur

Akupunktur bei chronischem Schmerzsyndrom des Beckens
Hundert Patienten mit abakterieller Prostatitis/chronischem Schmerzsyndrom des Beckens wurden an sieben Akupunkturpunkten bilateral mit Verum-Akupunktur behandelt oder mit Sham-Akupunktur an sieben Punkten in deren Nähe. Bei 92 % der Verum-Gruppe stellte sich acht Wochen nach Beendigung der Therapie eine mindestens 50-prozentige Reduktion der Prostatasymptome ein, in der Sham-Gruppe traf dies nur auf 48 % der Patienten zu.
(Acupuncture relieves symptoms in chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome: a randomized, sham-controlled trial, Prostate Cancer Prostatic Dis, September 2015, 18(3), 249-54)

Akupunktur bei funktioneller Dyspepsie
Chinesische Forscher behandelten 60 Patienten mit funktioneller Dyspepsie (FD) einen Monat lang dreimal wöchentlich entweder an Akupunkturpunkten und mit manueller Manipulation der Nadel oder an Nicht-Akupunkturpunkten und ohne manuelle Manipulation. In der Verum-Gruppe wurden grundsätzlich S36/Ma36 (zusanli) und R3/Ni3 (taixi) verwendet, ausserdem entsprechend der individuellen Symptomatik F41/Gb41 (zulinqi), Pc6/KS6 (neiguan) und C7/He7 (shenmen). Nach einem Monat stellte sich bei primären Dyspepsiesymptomen, Lebensqualität und mentaler Verfassung in beiden Gruppen eine signifikante Verbesserung ein, die jedoch in der Verum-Gruppe noch einmal signifikant grösser war als in der Sham-Gruppe.
(Acupuncture for Functional Dyspepsia: A Single Blinded, Randomized, Controlled Trial, Evid Based Complement Alternat Med, 30. Juli 2015, 2015:904926)

Moxibustion und Akupunktur zur Wiederherstellung von geschädigter Darmschleimhaut bei Morbus Crohn
Chinesische Forscher haben 60 Patienten mit leichtem bis mässigem Morbus Crohn (MC) zwölf Wochen lang entweder täglich mit dem Medikament Mesalazin oder sechsmal wöchentlich mit Moxibustion in Verbindung mit Akupunktur behandelt. In letzterer Gruppe wurde entweder die Punktekombination A (S25/Ma25 (tianshu), Rs6/REN6 KG6 (qihai) und Rs9/REN9 KG9 (shuifen) für Moxibustion sowie S36/Ma36 (zusanli), S37/Ma37 (shangjuxu), IC11/Di11 (quchi) und IC4/Di4 (hegu)) für Akupunktur verwendet oder die Punktekombination B (V23/Bl23 (shenshu) und V25/Bl25 (dachangshu) für Moxibustion und die Ex12/M-BW35 (huatuojiaji)-Punkte von T1 bis T6) für Akupunktur. Eine Untersuchung von Darmschleimhautproben, die vor und nach der Behandlung entnommen wurden, ergab in beiden Gruppen eine Verbesserung der Darmmorphologie, aber in der mit Moxibustion und Akupunktur behandelten Gruppe war diese signifikant grösser als in der medikamentös behandelten Gruppe.
(Moxibustion combined with acupuncture increases tight junction protein expression in Crohn´s disease patients, World J Gastroenterol, 28. April 2015, 21(16), 4986-96)

Rehmannia verändert Darmflora und unterstützt Gewichtsverlust
Koreanische Forscher haben zwölf Frauen mittleren Alters mit einem Body-Mass-Index von über 25 acht Wochen lang mit gedämpfter Rehmanniae radix praeparata (Shu dihuang) behandelt. Dabei zeigte sich bei allen Teilnehmerinnen ein signifikanter Rückgang des Bauchumfangs. Zweiwöchentlich entnommene Stuhlproben zeigten eine Zunahme des Phylums Actinobakterien und der Gattung Bifidobakterien, während das Phylum Firmicutes und die Gattung Blautia zurückgingen.
(Rehmannia glutinosa reduced waist circumferences of Korean obese women possibly trough modulation of gut microbiota, Food Funct, 5. August 2015, 6(8), 2684-92)

Yueju wan beschleunigt Wirkung von Antidepressivum
Chinesische Forscher behandelten achtzehn Patienten mit Depressionen sieben Tage lang entweder mit der Rezeptur Yueju wan (YJW, ‚Pille zur Überwindung des Ballgefühls in der Leibesmitte‘) und Fluoxetin oder mit einem Placebo und Fluoxetin. Yueju wan setzt sich zusammen aus: Cyperi rhizoma (Xiangfu), Atractylodis rhizoma (Cangzhu), Chuanxiong rhizoma (Chuanxiong), Gardeniae fructus (Zhizi) und Massa medicata fermentata (Shenqu). Daraufhin zeigte sich nur in der YJW-Gruppe ab dem dritten Tag ein signifikanter Rückgang der Depressionswerte. Das ist insofern beachtenswert, als sich bei einer Gabe von Fluoxetin erfahrungsgemäss erst nach zwei Wochen ein Nachlassen der Depressionen feststellen lässt.
(A role of Yueju in fast-onset antidepressant action on major depressive disorder and serum BDNF expression: a randomly double-blind, fluoxetin-adjunct, placebo-controlled, pilot clinical study, Neuropsychiatr Dis Treat, 6. August 2015, 11, 2013-21)

Ren Shen Yang Rong Tang gegen Unwohlsein und Ermüdung (Fatigue) nach Krebstherapie
In einer von chinesischen und amerikanischen Krebszentren gemeinsam durchgeführten Studie wurden 33 Patienten, die nach einer Krebstherapie mehr als vier Monate lang über mässiges bis schweres Unwohlsein und Ermüdung (Fatigue) klagten, sechs Wochen lang zweimal täglich mit Ren Shen Yang Rong Tang (RSYRT) behandelt. Diese suppletierende Rezeptur enthält Paeoniae radix lactiflorae (Baishao), Angelicae sinensis radix (Danggui), Citri reticulatae pericarpium (Chenpi), Astragali radix (Huangqi), Cinnamoni cassiae cortex (Rougui), Ginseng radix (Renshen), Glycyrrhizae radix (Gancao), Rehmanniae radix preparata (Shu dihuang), Schisandrae fructus (Wuweizi), Poria (Fuling), Polygalae radix (Yuanzhi), Zingiberis rhizoma rescens (Shengjiang) und Jujubae fructus (Dazao). Die Intensität des Unwohlseins und der Ermüdung (Fatigue) nahm in der Zeit vom Beginn der Behandlung bis sechs Wochen nach deren Ende in signifikantem Mass ab (auf einer Skala von 0-10 von 7,06 auf 3,30).
(Ren Shen Yangrong Tang for Fatigue in Cancer Survivors: A Phase I/II Open-Label Study, J Altern Complement Med, Mai 2015, 21(5), 281-87.

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