Aus der Forschung: Akupunktur bei allergischer Rhinitis

Chinesische Forscher behandelten 76 Patienten mit mässiger bis starker allergischer Rhinitis acht Wochen lang entweder mit Akupunktur oder mit einem Budesonid-Nasenspray und Cetirizin-Tabletten. Die einzelnen Symptome sowie die Gesamtheit der Symptome gingen in beiden Gruppen ohne signifikante Unterschiede zurück. (Acupuncture for moderate to severe allergic rhinitis: A non-randomized controlled trial, Chin J Integr Med, Juli 2016, 22(7), 518-24)

Schröpfen gegen Nackenschmerzen

Taiwanesische Forscher behandelten sechzig Patienten mit chronischen Nacken- und Schulterschmerzen entweder mit Schröpfen auf den Akupunkturpunkten IT15/Dü15 (jianzhongshu), F21/Gb21 (jianjing) und IC15/Di15 (jianyu) oder setzten sie auf eine Warteliste. In der Akupunkturgruppe ging die Schmerzintensität von 9.7 auf 3,6 zurück, in der Kontrollgruppe von 9,7 auf 9,5. Ausserdem erhöhte sich die Oberflächentemperatur der Haut auf F21/Gb21 (jianjing) während des Schröpfens von 30,6 auf 32,1ºC, und auch fünf Minuten nach Entfernen des Schröpfkopfs blieb die erhöhte Temperatur bestehen. Ein ähnlicher Effekt liess sich auch an den beiden anderen geschröpften Punkten feststellen. (The Effectiveness of Cupping Therapy on Relieving Chronic Neck and Shoulder Pain: A Randomized Controlled Trial, Evid Based Complement Alternat Med, 2016, 2016:7358918, veröffentlicht am 17. März 2016)

Akupunktur bei Impingement-Syndrom an der Schulter

Spanische Forscher behandelten 68 Patienten mit Schulterimpingement vier Wochen lang einmal wöchentlich entweder mit Verum-Akupunktur oder mit Sham-Akupunktur an Nicht-Akupunkturpunkten. Unmittelbar nach der Behandlung ging in der Verum-Gruppe die Schmerzintensität auf einer VAS-Skala um 44,13 mm zurück. In der Sham-Gruppe war dieser Rückgang mit 19,84 mm signifikant niedriger als in der Verum-Gruppe. Auch drei Monate später zeigte sich ein signifikanter Unterschied (87, 58 mm in der Verum-Gruppe, 20 mm in der Sham-Gruppe). (Acupuncture treatment of shoulder impingement syndrome: A randomized controlled trial, Complement Ther Med, April 2016, 25, 92-97)

Akupunktur zur Wiederherstellung des Geruchssinns

Chinesische Forscher behandelten die Hälfte von 50 Patienten mit postviraler olfaktorischer Dysfunktion, die nicht auf die Standardtherapie ansprachen, dreimal wöchentlich insgesamt zehnmal mit Akupunktur auf den bilateralen Punkten IC20/Di20 (yingxiang), M-HN-14 (bitong shangyingxiang) und dem Extrapunkt biqiu, der sich im vorderen Nasenbereich auf der Innenseite der mittleren Nasenmuschel befindet. Die andere Hälfte der Patienten wurde nur beobachtet. Diese Zehnerzyklen wurden mit Unterbrechungen von drei bis fünf Tagen über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg fortgesetzt. Nach drei Monaten zeigten 44 % der Akupunkturgruppe eine Verbesserung der olfaktorischen Funktion, in der Kontrollgruppe waren es nur 16 %. Bei hyposmischen Patienten stellte sich eine raschere Besserung ein als bei anosmischen. (Recovery of Olfactory Function in Postviral Olfactory Dysfunction Patients after Acupuncture Treatment, Evid Based Complement Alternat Med, 2016, 2016:4986034, veröffentlicht am 29. Februar 2016)

Moxibustion bei chronischem Nierenversagen

Japanische Forscher behandelten 43 Patienten mit chronischem Nierenversagen dreimal hintereinander mit indirekter Moxibustion bilateral auf V23/Bl23 (shenshu). Der renale Blutfluss wurde vor Behandlungsbeginn, bei Behandlungsende und 10 Minuten nach Behandlungsende gemessen. Dabei zeigte sich, dass der renale Gefässwiderstand mit Moxibustion signifikant stärker reduziert wurde als mit der Sham-Behandlung. (Traditional Thermal Therapy with Indirect Moxibustion Decreases Renal Arterial Resistive Index in Patients with Chronic Kidney Disease, J Altern Complement Med, April 2016, 22(4), 306-14) Akupunktur gegen Nacken- und Schulterschmerzen nach Hals-OP Italienische Forscher behandelten 48 Patienten, die nach einem Eingriff wegen zervikaler lymphatischer Metastasen an chronischen Schmerzen oder einer Dysfunktion litten, entweder fünf Wochen lang einmal wöchentlich mit Akupunktur oder mit gängiger Therapie. Schulterschmerzen und -funktion verbesserten sich in der Akupunkturgruppe stärker. Ausserdem stellte sich in der Akupunkturgruppe eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität ein. (Acupuncture in shoulder pain and functional impairment after neck dissection. A prospective randomized pilot study, Laryngoscope, August 2016, 126(8), 1790-95)

Akupunktur gegen Lymphödeme bei Brustkrebs

Koreanische Forscher behandelten die Hälfte von 30 Brustkrebspatientinnen mit Lymphödemen 30 Tage lang jeden zweiten Tag 30 Minuten lang mit Akupunktur auf folgenden sechs Punkten: IC10/Di10 (shousanli), IC11/Di11 (quchi), IC14/Di14 (binao), IC15/Di15 (jianyu), T5/3E5 (waiguan) und T14/3E14 (jianliao). Auf drei Nadeln setzten sie eine Moxazigarre. Die andere Hälfte der Patientinnen erhielt dreimal täglich 900 mg Diosmin (ein Bioflavonoid, das den Gefässtonus erhöht). Die Lymphödeme besserten sich in der Akupunkturgruppe um 51,46 %, in der Diosmin-Gruppe um 26,27 %. Die stärkste Wirkung zeigte sich 10 cm über dem Ellbogen und an den Handgelenken. An diesen Stellen war die warme Nadelung vorgenommen worden. Ausserdem berichtete die Akupunkturgruppe von einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität. (Effects of warm acupuncture on breast cancer-related chronic lymphedema: a randodmized controlled trial, Curr Oncol, Februar 2016, 23(1), e27-34)

Taiji gegen Sturzrisiko

Taiwanesische Forscher teilten 456 ältere Menschen, die zu Stürzen neigten, in eine Taiji-Gruppe und eine Kontrollgruppe ein. Die Taiji-Gruppe übte sechs Monate lang einmal wöchentlich eine Stunde lang Taiji, die Kontrollgruppe machte konventionelle Übungen zur Stärkung der unteren Extremitäten (Dehnen, Muskelstärkung und Balancetraining). In der Taiji-Gruppe war in diesen sechs Monaten die Neigung zu Stürzen signifikant geringer als in der Kontrollgruppe. Diese Verbesserung liess sich auch bei einer Nachuntersuchung nach zwölf Monaten in signifikantem Mass feststellen. Ausserdem hatten Versuchsteilnehmer, die selbstständig täglich Taiji übten oder die Standardübungen machten, signifikant weniger Stürze als die Vergleichspersonen. Darüber hinaus verbesserten sich die kognitiven Fähigkeiten der Taiji-Gruppe innerhalb des 18monatigen Versuchszeitraums signifikant stärker als in der Kontrollgruppe. (Effects of Home-Based Tai Chi and Lower Extremity Training and Self-Practice on Falls and Functional Outcomes in Older Fallers from the Emergency Department – A Randomized Controlled Trial, J Am Geriatr Soc, März 2016, 64(3), 518-25)

Quelle: aus dem Newsletter der SMS

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